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Interviews mit Annett Louisan

 
Interview mit dem Fanclub zur Unausgesprochen-live-Tour
Interview nach der Doppelplatinverleihung Januar 2006 in Hamburg
Interview mit teleschau 2005
Interview mit waz.de
Interview mit dem Delmenhorster Kreisblatt
Interview mit "Die Welt"
Interview mit der "Super Illu" 2005
Interview mit young-online
Interview mit X-ray
Interview mit rhein-main.net 2005
Interview mit otz.de 2005
Interview mit nw-news.de 2005
Interview mit abendblatt.de 2004
Interview mit Fans viva.tv 2004
Interview mit BZ Berlin
Interview mit pnp.de
 

Annett Louisan im Interview mit ihrem Fanclub

Wir haben Annett einfach mal zur Tour "Unausgesprochen live 2006" befragt, weil es doch recht viele interessiert, wie Annett dies aus Ihrer Sicht sieht und erlebt. Annett war wie eigentlich immer, offen und verständlich und liebt ihren Umgang mit den Fans. Sie sind ihr wichtig und daher ist es ihr auch wichtig ihnen so viel Zeit wie möglich, nicht nur auf der Bühne, zu geben.
Aber nun könnt iihr selber lesen was sie sagt und denkt.

Fanclub: Nun hast Du und die Band einen Teil der Tour hinter euch. Wie ist das Gefühl, wie waren die Auftritte für Dich und auch aus der Sicht der Band.
Annett: Es war einfach fantastisch! Ich möchte diese Erlebnisse nicht tauschen. Nach der 1. Tour hatte ich schon das Gefühl so viel dazuzulernen aber die 2. Tour hat alles getoppt. Ich liebe es auf der Bühne zu stehen und zu singen. Meine Band und ich sind auf dieser Tour noch enger zusammengewachsen. Letztes Jahr hatte ich noch weniger Zeit hinter den Kulissen. Ich sah die Jungs kaum... nicht mal zum Essen oder im Hotel, weil ich ständig Termine hatte. Dieses Jahr war ein bisschen mehr Zeit für uns und das tat uns gut, die Erlebnisse, die man auf der Bühne hat, zu teilen. Wir haben uns wirklich alle sehr sehr gern und haben sehr viel Respekt voreinander.

Fanclub:
Habt Ihr Wünsche an die Konzertbesucher des weiteren Tourprogramms oder auch sonst an die Fans?
Annett: nein, nicht direkt. Ich habe nur bei dieser Tour entdeckt, das man durchaus auch Konzerte im Stehen spielen kann. In der Schweiz waren 2 unbestuhlte Konzerte und die haben so gerockt. Es war eine ganz andere Stimmung im Raum. Zukünftig würde ich gern beides spielen.

Fanclub: Du machst ja jetzt eine Woche Urlaub, wie wirst Du die Zeit nutzen um wieder Kraft zu tanken, neue Energien zu sammeln?
Annett: Ich hoffe ich habe etwas Ruhe um Kraft zu tanken und es kommen nicht 1000 Dinge dazwischen.

Fanclub: Hast Du schon neue Ideen für neue Songs, auch schon umgesetzt?
Annett: Es gibt Ideen... aber umgesetzt werden sie später.

Fanclub: Die Fans beschweren sich ein wenig, das Du ein bißchen zu wenig Zeit hast, Dich unter anderem mit ein paar Zeilen an Deine Fans zu wenden, sind aber gleichzeitig beeindruckt wieviel Zeit Du Dir dennoch nach den Konzerten nimmst, was nicht selbstverständlich ist!
Annett: Nun, ich versuche nach meinen Konzerten mich um meine Fans zu kümmern.
Ich beantworte meine Fanpost selbst (wenn auch mit Verzögerung)... und es ist sehr viel Post!!! Wenn ich mal nach Hause komme warten mindestens 200 E-Mails auf mich. Ich schaffe es kaum, meine privaten Briefe zu beantworten. Von meinem Privatleben ganz zu schweigen.
Seid bitte etwas milde mit mir... ich hab Euch doch lieb!

Fanclub: Viele jüngere Konzertbesucher haben sich darüber aufgeregt, dass Du auf der Bühne rauchst. Denkst Du über solche Dinge nach?
Annett: Ja. Aber ich bin so wie ich bin und in diesem Fall kein gutes Beispiel. Habe ich aber auch nie behauptet! Ich brauche meine Freiheit auf der Bühne und meine Musiker auch.

Danke Annett, dass Du Dir trotz vieler Termine und wenig Privatleben dir regelmäßig so viel Zeit für uns nimmst und weiterhin viele gute Ideen. Die Unterstützung Deiner Fans ist Dir sicher... das kann ich Dir hier an dieser Stelle versprechen.

©FC - Kerstin www.AnnettLouisan-Fanclub.de

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Januar 2006 in Hamburg

Annett gibt Antworten auf Fragen Ihrer Fans. Die Fragen sind ausgewählt nach der Häufigkeit, wie oft sie bei uns eingereicht wurden. Als wir der Doppelplatinverleihung im Januar 2006 in Hamburg beiwohnen durften, hat sich Annett wie eigentlich immer Zeit auch für Ihre Fans genommen.

Wir haben dies für eure Fragen genutzt und sind diese mit Ihr im TV-Stil durchgegangen.

Fanclub: Deine Hobbys?
Annett: Zeichnen, Reisen

Fanclub: Dein Lieblingssport?
Annett: joggen, Tischtennis

Fanclub: Deine Haustiere?
Annett: keine...außer das, was hinterm Kühlschrank wohnt!

Fanclub: Deine Mode?
Annett: Chanel, Jeans und Puffärmel liebe ich

Fanclub: Deine Stärken?
Annett: Leidenschaft, Begeisterungsfähigkeit

Fanclub: Deine Schwächen?
Annett: Ungeduld, manchmal bin ich fahrig

Fanclub: Deine besonderen Begabungen?
Annett: Geschenke einpacken!

Fanclub: Dein größter Traum?
Annett: Ich lebe Ihn gerade!

Fanclub: Dein Lebensmotto?
Annett: Freiheit und Gerechtigkeit

Fanclub: Dein Lebensziel?
Annett: glücklich und zufrieden sein

Fanclub: Dein erstes selbstverdientes Geld?
Annett: Babysitting...5 Mark die Stunde!

Fanclub: Dein Traumberuf?
Annett: Musikerin oder Galeristin

Fanclub: Was mir an meiner Arbeit am besten gefällt?
Annett: die Liveauftritte

Fanclub: Dein erster Liveauftritt?
Annett: mit 18 in einem kleinen Club in Hamburg

Fanclub: Was war deine erste Platte?
Annett: Madonna

Fanclub: Hast Du ein Lieblingsbuch ?
Annett: Lord of the Rings

Fanclub: Hörst Du Hörspiele oder Hörbücher?
Annett: früher gern von John Sinclair

Fanclub: Hast Du als Kind Comics gelesen? Oder tust Du es heute noch?
Annett: nein, hat mich nie sonderlich interessiert

Fanclub: Hast Du einen Alltime Favorite Film?
Annett: Woody Allen Klassiker sind immer gut!

Fanclub: Magst Du Instant-Gerichte?
Annett: eine Pilzsuppe von Knorr finde ich lecker

Fanclub: Hast Du Tattoos und/oder Piercings?
Annett: Ohren und Nasenpiercing

Fanclub: Bist Du religiös?
Annett: ich glaube an Gott

Fanclub: Bist Du ein Langschläfer?
Annett: oh jaaaa und ein Späteinschläfer

Fanclub: Hast Du Aktien?
Annett: Ja

Fanclub: Was magst Du an dir am meisten?
Annett: meine Augen

Fanclub: Und an anderen?
Annett: Augen und Stimme

Fanclub: Ein Tag mit Freunden sieht wie aus?
Annett: kommt auf den Freund an und auf unsere Stimmung

Fanclub: Und ein Tag der Erholung?
Annett: zu Hause sein

Fanclub: Wenn Du 5 Tage mit Deinem Mann gemeinsam frei hast, wie würden sich diese gestalten?
Annett: Wir würden ans Meer fahren!

Fanclub: Was möchtest Du Deinen Fans noch kurz mitteilen?
Annett: Ich danke euch von Herzen und bleibt gesund!

Herzlichen Dank Annett und weiter viel Erfolg!

©FC - Kerstin www.AnnettLouisan-Fanclub.de

Dieses Interview wurde bereits schon auf dem Fantreffen veröffentlicht.

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Interview mit teleschau - der mediendienst

Gehirn aus, Gefühl an

(tsch) Mit zehn Zentimeter hohen Absätzen steht die kleine 26-jährige Annett Louisan am Abend vor dem Interviewtermin auf der Bühne des Münchner Künstlerhauses. Das niedliche schwarze Kleid im Dreißiger-Jahre-Stil passt perfekt zum Auftritt der blonden Sängerin: verschmitztes Flirten mit dem Publikum, Atmosphäre wie in einer Jazz-Lounge und im Gepäck die brandneuen Songs des zweiten Albums "Unausgesprochen", das in der ersten Verkaufswoche in den Charts gleich von Null auf Drei schoss. Ihre sympathische Mädchenhaftigkeit, ihre klare Stimme und die wortspielerisch bis ins Detail ausgefeilten Texte wickeln das Publikum gekonnt um den Finger. Am Tag darauf wartet im Hilton-Hotel eine zwar nicht ganz ausgeschlafene, aber dennoch gut gelaunte Annett auf das Gespräch - mit einer Ausgabe der "Vogue" in der Hand ...

teleschau: Du hältst Dich auf dem Laufenden?
Annett Louisan:
Ja, so zwischendurch muss das ab und zu sein. Dann blättere ich umher und bleibe irgendwo kleben. Ich muss meine Zeit gut planen und versuche möglichst viele Infos auf einmal aufzunehmen.

teleschau: Wie verläuft Deine Freizeit sonst so?
Annett Louisan:
Ich hänge gerne ab und genieße die Stille.

teleschau: Hast Du Dich mittlerweile an den Rummel um Deine Person gewöhnt?
Annett Louisan:
Ja, so n bisschen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Irgendwann kehrt die Normalität ein. Obwohl ich eine schöne Normalität erlebe. Es ist allerdings nicht immer einfach, in einem derart kommerziellen Rahmen erfolgreich zu sein. Man hat einfach wenig Zeit.

teleschau: Hast Du noch Lampenfieber, wenn Du auf der Bühne stehst?
Annett Louisan:
Ja, gepflegtes Lampenfieber. Das muss sein. Ich glaube nicht, dass ich das jemals verlieren werde. Das beflügelt mich!

teleschau: Ist es nicht besonders aufregend, wenn man mit ganz neuen Liedern auf der Bühne steht?
Annett Louisan:
Im besten Fall schaltet man einfach das Gehirn aus und das Gefühl an. Zu viel Nachdenken ist nicht gut. Toll ist aber bei neuen Songs, das erste Mal damit auf der Bühne zu stehen und sie live zu performen.

teleschau: Hast Du schon einmal den Faden verloren?
Annett Louisan:
Oh ja, neulich bei "Der Blender" sang ich "wie ein Pfropfen im Meer" statt "wie ein Tropfen im Meer". Ich musste aufpassen, dass ich nicht anfange, loszulachen. Ich durfte mich auch nicht umdrehen, denn meiner Band fielen fast die Instrumente aus der Hand. Das Publikum merkte das gar nicht so. Konzentration gehört auf alle Fälle dazu. Ich nehme Auftritte sehr ernst. Denn es kommen Leute, die sich Tickets gekauft haben. Und denen will ich schließlich etwas zurückgeben. Da darf nicht so eine unvorbereitete, unkonzentrierte Frau auf der Bühne stehen. Die Zuhörer müssen mir aber auch folgen.

teleschau: Deine Texte sind oft witzig, voller Wortspiele, und das Publikum schmunzelt amüsiert.
Annett Louisan:
Dennoch ist es nicht mein Ziel, lustig zu sein. Man sollte nicht voraussetzen, Leute zum Lachen zu bringen. Allerdings ist das ein toller Nebeneffekt. Schön ist, wenn man etwas macht, worüber man selbst lachen kann.

teleschau: Auf Deinem neuen Album "Unausgesprochen" hast Du selbst viel mehr mitgetextet als beim ersten, "Bohème". Trotzdem ist Frank Ramond für viele Zeilen verantwortlich.
Annett Louisan:
Frank ist der Architekt für meine Gedanken. Ich gebe ihm Ideen, die er verständlich und bildhaft macht. Das klappt sehr gut zwischen uns. Außerdem habe ich gar kein Problem damit, dass ich nicht alle Lieder selbst getextet habe. Ich muss eine Sache nicht alleine machen, damit sie realistisch und echt wirkt. Ich stehe ja auch nicht alleine auf der Bühne. Das macht zusammen erst richtig Spaß, und erst dann wird es Musik.

teleschau: Wo nimmst Du die Inspiration her?
Annett Louisan:
Man muss im Leben schon richtig hingucken. Es ist aber sicher nicht wichtig, mit 1.000 Männern geschlafen zu haben, um Dinge zu durchschauen. Man kann auch alles mit einem erleben.

teleschau: Hast Du denn alles erlebt, was Du da besingst?
Annett Louisan:
Nein, natürlich nicht. Aber ich versuche, eigene Erfahrungen in eine Geschichte zu packen. Es ist am Ende oft schwierig zu sagen, was von alldem selbst erlebt ist, was ausgedacht, was gehört ist und was gelesen. Es handelt sich um sehr allgemeine Themen. Aber ich spiele gerne mit Klischees. Es steckt ja auch ne Menge Wahrheit drin.

teleschau: Wie bei "Eve" zum Beispiel. Es gibt sicher viele Menschen, die auch so eine Hass-Freundin haben ...
Annett Louisan:
Ja, die meisten reagierten bei dem Song sehr schmunzelnd. Ich glaube, jeder kennt so eine "Eve". Ich merke, dass viele Leute froh sind, wenn ein anderer über Dinge singt, die sonst nicht ausgesprochen werden. Und über die sie dann selbst nicht reden müssen ...

teleschau: Gibt es etwas, das Du am neuen Album grundlegend anders machen wolltest?
Annett Louisan:
Ich hatte durch meine erste Platte große Hilfe und angefangen, einen Traum zu entwickeln: der Beginn von Annett Louisan, auf dem ich aufbauen konnte. Inhaltlich wollte ich mich natürlich nicht wiederholen. Musste ich auch gar nicht. Dafür ist das Spektrum viel zu breit. Ich wollte auch meinen Sound nicht verlieren. Musikalisch habe ich versucht, mehr Instrumente hineinzubringen. Außerdem bemerkte ich, dass ich auf alles meinen Stempel drücken kann, dass ich gar nicht so vorsichtig sein muss.

teleschau: Wer ist eigentlich Torsten Schmidt? Existiert so einer wirklich?
Annett Louisan:
Ja, so einen gibt s tatsächlich! Mit roten Haaren und langer Nase. Die vielen Torsten Schmidts werden mir die besungenen Vorurteile verzeihen ... Ein paar Torsten Schmidts habe ich sogar auf der Homepage!

teleschau: Du bekommst sicher viel Fanpost ...
Annett Louisan:
Ja, ziemlich, und ich versuche noch immer, möglichst alle Briefe zu beantworten. Es ist verrückt, wie groß das Mitteilungsbedürfnis der Menschen ist. Die meisten versuchen, mir ihre eigene Geschichte zu erzählen.

teleschau: Singst Du auf Deutsch, damit Deine Songs verständlicher sind?
Annett Louisan:
Es ist zumindest sehr vorteilhaft, wenn man will, dass die Leute einen verstehen. Mit der englischen Sprache kann man sich besser verstecken. Es ist manchmal sogar schwieriger in der Muttersprache zu singen, denn deutsche Songs nerven schneller, weil man den Texten immer zuhört. Ich habe aber nicht vor, englische Lieder zu schreiben. Es ist außerdem ziemlich mühsam, Humor in eine andere Sprache zu übertragen. Französisch könnte ich mir besser vorstellen, obwohl mir sehr wichtig ist, dass mich mein Publikum versteht.

Quelle: teleschau - der mediendienst

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Annett Louisan
Bild: Küster/Com

Unwiderstehlich hat sich Annett Louisan, 25, bis in die Spitze der deutschen Charts gehaucht. Kritiker nervt der Pubertätspop, Fans aber schätzen das Unverwechselbare ihrer Texte und Töne. Oliver Rustemeyer hat mit Annett Louisan gesprochen.

Noch vor kurzem weigerten sich Radiostationen, Ihren Hit "Das Spiel" wegen vermeintlich schlüpfriger Textzeilen zu senden - wie "weil es dich erregt, wenn ich mich beweg´". Wünscht man sich da nicht, englisch zu singen?

Louisan: Absolut. Auf Englisch könnte man ja viel Härteres oder Frivoleres singen. Dass mein Text anrüchig sein soll, habe ich bis heute nicht verstanden. Im Gegenteil: Ich finde es sehr charmant, mit welchen Worten die Frau im Song mit diesem Mann spielt. Vielleicht kann man aber in Deutschland nicht so gut damit umgehen, dass die Frau den Mann anbaggert.

Vielleicht liegt´s aber auch an der Art, wie Sie den Text hauchen. Viele fühlen sich an Vanessa Paradis erinnert.

Louisan: Na ja, wenn ich singe, klinge ich eben sehr jung. Jedenfalls nicht wie eine 25-Jährige. Ich habe aber auch festgestellt, dass Texte besser angenommen werden, wenn man sich selbst als Sänger zurücknimmt. Wenn man leiser spricht, hören die Leute ja auch aufmerksamer hin. Es ist die Art und Weise, wie man etwas präsentiert. Und der Vergleich mit Vanessa Paradis: Na ja, mit diesem Lolita-Image kann ich mich nicht identifizieren. "Das Spiel" ist ja auch nur eines von zwölf Liedern auf dem Album. Andere sehen mich jetzt als deutsche Norah Jones. Sicher, wir beide machen feminine, leise, handgemachte, altmodische Musik, bei der unsere Stimmen im Vordergrund stehen. Aber da gibt´s doch viele.

Was Barjazz und dergleichen angeht, hinkt Deutschland dem Trend noch hinterher.

Louisan: Weil viele deutsche Künstler sich nichts zutrauen. Die meinen, ihre Muttersprache sei unpoetisch. Was überhaupt nicht stimmt. Der erste Song, der mir das gezeigt hat, war "Die da" von den Fantastischen Vier. Großartig. Oder Grönemeyer. Der kokettiert ja sogar mit diesem Vorwurf, die deutsche Sprache sei zum Singen zu hart.

Wie Grönemeyers Stimme polarisiert ja auch Ihre.

Louisan: Das ist gut. Mit 16 wollte ich Aretha Franklin kopieren. Aber wenn du älter wirst, merkst du, dass du dich selber finden musst. Nichts ist schlimmer, als unbemerkt so über die Runden zu kommen. Du musst unvergleichlich sein. Gerade in der Popmusik. Ich mag diese Situation, am Anfang von allen unterschätzt zu werden. Das wirst du als 1,52 Meter kleine Blondine mit heller Stimme zwangsläufig. Aber aus dieser Position kannst du am besten überraschen.

Woher kommt Ihre Vorliebe fürs Altmodische?

Louisan: Keine Ahnung. Die war schon immer da. Ich bin eben eine große Romantikerin mit einem Kopf voller Träumereien. Auf den Fotos im Book-let meines Albums "Bohème" sieht man mich in typischen Monroe- oder Bardot-Posen. Mir gefällt einfach auch diese französische Leichtigkeit alter Schule. Neumodischer Schnickschnack hat mich dagegen nie interessiert. Ich habe an der Hamburger Kunsthochschule lieber Akte gezeichnet, als mich mit neuen Computertechniken zur Bildbearbeitung zu beschäftigen.

Wie bleibt denn der intime Charakter der Musik auch live erhalten? Aufgrund der enormen Nachfrage müssen Sie ja auf Ihrer ersten Tournee gleich in verhältnismäßig großen Sälen auftreten.

Louisan: Ich habe eher theaterähnliche Veranstaltungsorte gesucht. Damit man die zwei, drei Gitarren, den Kontrabass, das Schlagzeug, ein Cello und ein Klavier ganz in Ruhe genießen kann. An diesen Konzertabenden soll nämlich die Musik im Vordergrund stehen - und nicht ich.

Termine: 10.4. Köln, Gürzenich. 11.4. Essen, Colosseum
27.01.2005 Quelle: waz.de

Alle Fotos und Texte sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht ohne schriftliche Genehmigung verwendet bzw. nicht ohne entsprechende Verlinkung genutzt werden.

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Interview mit dem Delmenhorster Kreisblatt 2005

Annett Louisan gestern in Bremen im Gespräch mit dk-Redakteur Thomas Breuer
Ausgabe vom Donnerstag, 03. November 2005

„Wer anders ist, muss mutig sein“ Annett Louisan macht Karriere ohne Exhibitionismus
Annett Louisan hat auf eine Stylistin verzichtet und trägt ihre eigenen Klamotten.
„Mein Publikum passt in keine Zielgruppe.“ Annett Louisan.
Gerade mal ein Jahr nach dem umwerfenden Erfolg von „Bohème“ hat die kleine Hamburgerin nachgelegt – und schaut gelassen in die Zukunft.

Bremen. „Wenn man anders ist, muss man mutig sein“, sagt Annett Louisan. Kein Zweifel, hier redet eine selbstbewusste 26-Jährige über sich. Mutig ist sie – und erfolgreich. Weil die Sängerin aus Hamburg anders ist, haben seit Oktober vergangenen Jahres über 400000 Menschen ihr Debütalbum „Bohème“ gekauft. „Ich will doch nur spielen“, singt sie darauf, „ich tu doch nichts.“ Das klingt kokett und hat ihr das Image einer Pop-Lolita eingebracht. Mit dem geht Annett Louisan derart souverän um, dass sie jetzt auf Anhieb mit ihrer zweiten CD „Unausgesprochen“ auf Platz drei der deutschen Album-Charts stürmte. „Platin“ für 250000 verkaufte Exemplare ist anvisiert – ob noch mehr Freunde des verspielten deutschen Chansons zu „Unausgesprochen“ greifen, wird sich zeigen. Diesmal muss es ohne den gewaltigen Überraschungseffekt gehen, der das Debüt begleitete.
„Ich habe das Spiel zwischen selbstbewusster Frau und Kätzchen nicht erfunden“, rückt Annett Louisan die Verhältnisse gerade. Überhaupt, immer diese Schubladen: „Man kann selbstbewusst und trotzdem ganz Frau sein. Ich weiß, was ich will, und ziehe trotzdem sehr gerne verschiedene Kleider an.“
Zurück zur Musik. Ist die zweite CD nicht immer die schwerste? Annett Louisan verneint: „Als ich das Album das erste Mal gehört habe, ist der ganze schmerzhafte Druck von mir gefallen. Ich hatte das Gefühl, das wolltest du so, und das hast du gut hinbekommen. Ich kann jetzt ganz gelassen in die Zukunft schauen.“ Der Erstling „Bohème“ sei ein Ausprobieren gewesen, der Startschuss für „ganz viele neue Ideen“. So viele Ideen, dass die nur 1,52 Meter große Künstlerin schnell nachlegen wollte. Kein langes Überlegen, kein ewiges Abwägen: „Unser Team schließt sich zehn Tage ein, schmeißt den Schlüssel weg, dann nehmen wir die Platte auf – und fertig ist sie.“ Annett Louisan sieht sich unbedingt als Mensch, der gerne seiner ersten Intuition folgt. Ausgehend von einem Gefühl oder einem Text werde die Musik darum herum geschrieben. „Das ist, glaube ich, ein bisschen untypisch für Popmusik, weil normalerweise immer die Melodie im Vordergrund steht.“ Annett Louisan nimmt den kreativen Prozess nicht allein für sich in Anspruch, sondern erwähnt immer auch Frank Ramond, Hardy Kayser und Matthias Haß, die ihr Text und Musik auf den Leib schreiben.
Eine große Musikzeitschrift ruft nicht „Bravo“, sondern zeigt ihr die kalte Schulter, und über ihr Privatleben plaudert Annett Louisan nicht gerne, weil es ihrer Meinung nach mit ihrem Gesang nichts zu tun hat. Musikalische Größe, zumal mit deutschen Texten, ist also möglich, ohne sich als Künstlerin bis an die Grenze des Ertragbaren samt Hochzeitstränen vermarkten zu lassen. Wen das interessiert, der muss anderswo nachschauen, um etwas über ihre Kindheit in der Altmark oder ihre Hochzeit im vergangenen Jahr zu erfahren. Der Erfolg gibt ihr Recht, eine Popkarriere funktioniert auch ohne Exhibitionismus.
Sogar so gut, dass es inzwischen schon rund dreißig Kooperationswünsche aus unterschiedlichen Richtungen gab. Doch Agentur und Plattenfirma wissen, dass hier einseitig profitiert werden soll, und lehnen regelmäßig ab. Für Katie Melua, die aktuell mit ihrem sanften Album „Piece by Piece“ abräumt, würde Annett Louisan eine Ausnahme machen. Oder, sie zieht an ihrer Zigarette, für Tom Waits.

Von Thomas Breuer

Interview mit Thomas Breuer -dk-

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Interview mit "Die Welt" 2005

"Für Deutschland singen ist nicht so mein Ding"
Die 26jährige Sängerin Annett Louisan über ihre Einstellung zum Grand Prix, zur Ehe und ein neues Album

Vor einem Jahr tauchte Annett Louisan aus dem Nichts auf mit dem Song "Ich will doch nur spielen". Jetzt hat die Sängerin mit "Unausgesprochen" ihr zweites Album vorgelegt.

DIE WELT: Blond, Kulleraugen, 1,52 Meter - diese Beschreibung findet sich in beinah jedem Interview mit Ihnen.
Louisan: Glauben Sie mir, dafür kann ich wirklich nichts. Einige Leute kennen meine Musik nicht, aber sie wissen, daß ich 1,52 Meter bin. Das ist, was bei einigen hängen geblieben ist. Das hat mich manchmal geärgert.

DIE WELT: In einem Interview im Februar haben Sie gesagt, es sei ungerecht bei Ihrer derzeitigen Beanspruchung eine Beziehung zu führen. Ist das der neue Ehering?
Louisan: Letztendlich war es ja so, daß ich in den Monaten vor und während der Tour eigentlich keine Zeit für Privatleben hatte. Nur es gab da jemanden, den ich geliebt hab'. Meinen Traummann.

DIE WELT: Schon ungewöhnlich in der Branche, mit 26 zu heiraten.
Louisan: Ich weiß ja gar nicht, ob ich in die Branche passe. Ich bin ja nicht Musikerin geworden, weil ich dachte, ich passe so gut zu den anderen Musikern. Wenn man mit seiner Musik Geld verdienen will, muß man sich mit dieser Branche befassen, aber man muß sich ihr ja nicht unterordnen.

DIE WELT: Waren Sie überrascht über die Rollenklischees, die plötzlich bei "Das Spiel" zutage traten?
Louisan: Ja, unglaublich. Da kommt so ein kleines Lied daher, und alle Leute sind empört. Dabei fangen um halb zehn die Softpornos im Fernsehen an. Man denkt immer: was für eine freie, tolle Welt. Aber in dem Lied war der Mann plötzlich das Opfer . . . Auch von Frauen habe ich übrigens oft gehört, wie stellst du das Frauenbild dar? In der Regel, glaube ich, habe ich erst mal die Mädchen - was ich nie gedacht hätte - bißchen vergrault.

DIE WELT: Ihre neue Platte wirkt ironischer und erwachsener.
Louisan: Ja, die Geschichten gehen mehr ins Detail und der Sound ist noch etwas feiner. Das erste Album war natürlich voll von Klischees. Und sehr überspitzt. Der Blender, der Schöne und so. Für mich war es fast einfacher, das zweite Album zu machen. Die erste Platte "Bohème" war für mich fast wie eine Spielerei. Ich wußte nicht, ob das jemanden interessiert, und ob es überhaupt funktioniert, mit dieser leisen Art die Songs zu interpretieren. Aber diesmal wußte ich ganz genau, wo ich hin wollte und was anders werden sollte.

DIE WELT: Treten Sie eigentlich beim nächsten Grand Prix auf?
Louisan: Nein.

DIE WELT: Warum nicht?
Louisan: Ich glaub', das wäre mir ein bißchen zuviel Verantwortung. Ich mag auch nicht so gern Wettbewerbe, besonders wenn es dann auch noch irgendwie um politische Dinge geht. Für Deutschland singen - das ist nicht so mein Ding.

DIE WELT: Wie haben Sie sich in dem letzten Jahr verändert?
Louisan: Ich bin nicht mehr so offen. Vertrauen hat für mich eine ganz andere Bedeutung bekommen. Mein Leben ist so durchsichtig geworden. Man weiß, daß einen die Leute erkennen. Man kann sich nicht mehr vollkommen frei bewegen. Ich war früher viel flapsiger. Das ist vielleicht etwas, was wieder vergeht, wenn man mit der Zeit ein bißchen besser damit zurechtkommt.

DIE WELT: Was hat sich geändert, seit Sie geheiratet haben?
Louisan: Ich bin noch glücklicher

DIE WELT: Aber Ihre männlichen Fans waren enttäuscht
Louisan: Nein, gar nicht. Ich glaube, meine Fans sind ganz anders, als man Fans eigentlich immer so einschätzt. Die sind gar nicht interessiert an meinem Privatleben. Die wollen, daß ich Musik mache, und bei allem anderen lassen sie mir sehr viele Freiheiten.

DIE WELT: Das glaube ich nicht.
Louisan: Doch. Ich merke es an meinen Konzerten, oder wenn ich mich mit ihnen unterhalte, an den Briefen, die ich bekomme. Da bedrängt mich niemand. Es kommt sehr selten vor, daß mal jemand zu weit geht.

DIE WELT: Also der typische Fan von Annett Louisan ist kein Teeny sondern eher der gesetzte ältere Mensch.
Louisan: Nein, das ist gemischt. Es sind Menschen, die Lust auf andere Musik haben. Aber selbst wenn sie anders wären. Es würde nichts ändern. Ich bin halt so, wie ich bin, und man möge mir verzeihen, daß ich mich, wenn ich in die Höhle des Löwen gehe, am Anfang erst mal ein bißchen umschaue, wie es da so funktioniert. Es war wirklich manchmal überfordernd. Die ersten Interviews, das erste Mal Fernsehen.

DIE WELT: Ihre Mutter hat sie allein großgezogen. Hatten Sie eigentlich Kontakt zu ihrem Vater?
Louisan: Nein, wir kennen uns, wir wissen, wer wir sind, aber etwas anderes stand nicht zur Debatte.

DIE WELT: Der hat sich auch nicht durch ihren Erfolg jetzt gemeldet
Louisan: Nein, das wäre ja auch noch schöner.

DIE WELT: Haben Sie noch Fragen?
Louisan: Was mich interessieren würde: das Interview vor einem Jahr und heute. Wahrscheinlich ändert man auch seine Meinung.

DIE WELT: Sie sind vorsichtiger geworden.
Louisan: Das ist die Frage: Was machen wir hier? Was ist Entertainment? Es ist auch ein Spiel mit Illusionen. Ich finde, Musik ist auch ein bestimmter Zauber. Wenn ich anfangen würde, zu offen zu werden, zu viel von meinem Privatleben zu geben und zu sehr in eine Richtung abzurutschen, dann würde es dem ganzen, glaube ich, nicht gut tun. Auch mir als Person nicht. Deshalb zieh ich das so durch, auch auf die Gefahr, daß ich dadurch etwas verliere an Präsenz. Die Musik ist das, was mich wirklich stolz macht. Das mir etwas gibt. Das kann ich geben.

Interview: Sandra Garbers und Jan Draeger

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Interview mit der "Super-Illu"

Annett Louisan
Ich will doch nur spielen…

Die musikalische Überraschung 2004 stammt aus der Altmark .
Bis vor kurzem waren Sie nahezu unbekannt, jetzt reißen sich die Musiksender um Sie, Ihr Album »Bohéme« stürmte die Charts, Ihre Single »Das Spiel« ist in aller Munde. Bekommen Sie es angesichts dieser Rasanz nicht mit der Angst zu tun?
Das Ganze ist schon mit sehr schnellen Füßen auf mich zugekommen. Darauf konnte ich mich wirklich nicht einstellen. Aber das sind nur Momente. Wichtig für mich ist, dass ich konzentriert bin und immer schön entspannt bleibe. Sonst würde ich die Aufregung, die mich vor meinen Auftritten erfasst, gar nicht beherrschen können.

Ihre Musik erklärt man gerne als Mischung aus Norah Jones, Carla Bruni und Rosenstolz. Stört Sie dieses Schubladendenken nicht?
Das ist etwas ganz Menschliches und passiert im Privatleben auch: Man möchte neue Bekanntschaften einschätzen können und sucht nach Entsprechungen. Mich macht es schon ein wenig stolz, dass sich meine Musik jeder Zuordnung entzieht. Dadurch entstehen beim Publikum keine Erwartungshaltungen, die ich nicht bedienen kann. Ich will tatsächlich nur spielen, was ich möchte.

Sie singen: „Ich will doch nur spielen…“. Ihre Texte zeugen von Erfahrungen auch in Bezug auf Männer, die man einer 25-Jährigen nicht zutraut.
Sie müssen mir das jetzt nicht glauben, aber das sind alles Geschichten, an denen ich ganz nahe dran bin, die ich also alle selbst erlebt oder gehört habe. Kleine, skurrile Geschichten passieren jedem. Man muss sie nur spüren, registrieren und aufbewahren.

Ihr Album heißt »Bohéme«. Haben Sie sich mit der Zeit, in der diese Lebenseinstellung geprägt wurde, beschäftigt?
Ja natürlich. Für mich ist Bohéme ein Ausdruck von Freiheit und sehr passend für mein Album. Es geht darum, frei über Dinge zu sprechen, sich sein Leben selbst einzuteilen und gestalten zu können. Und dass man sich aussuchen kann, was man tun möchte - im Berufsleben wie im Privaten.

Weil Sie gerade über Freiheit sprachen: Mit dem Fall der Mauer hat sich auch Ihr Leben geändert?
Ja. Ich bin in der Altmark aufgewachsen. Meine Mutter ist relativ kurze Zeit nach dem Mauerfall mit mir nach Hamburg gezogen. Das war eine sehr krasse, intensive Zeit, weil ich gerade in die Pubertät gerutscht bin und in meiner Naivität plötzlich in einer Großstadt stand. Ich sah mich mit ganz anderen Strukturen in der Schule konfrontiert, und auch das Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen war anders als ich es kannte.

Haben Sie mal mit Ihrer Mutter über diese Zeit gesprochen?
Inzwischen schon. Meine Mutter ist Krankenschwester, und es war sehr mutig von ihr, diesen Schritt zu tun. Sie wusste damals ja auch nicht, was auf sie zukommt. Heute ist sie froh, dass sie das für uns beide gemacht hat. Für mich gab es einfach mehr Möglichkeiten, eine Ausbildung zu bekommen.

Und jetzt haben Sie das Musikstudium zu Gunsten Ihrer Karriere als Sängerin sausen lassen.
Wenn man sich für einen kreativen Beruf entscheidet, wählt man gleichzeitig auch das Risiko. Wer an sich selbst glaubt, dem kann alles gelingen. Auch wenn er zwischendurch die eine oder andere Niederlage hinnehmen muss.

Interview: Ulf Teichert
Quelle: super-illu.de

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Interview mit young-online

Schmollmund und Kulleraugen sind Annetts Markenzeichen.
Das sie deshalb oft für niedlich gehalten wird, stört die 1,52 Meter kleine Powerfrau nicht: "Ich will für meine Musik bewundert werden und keine Vorzeige-puppe sein", sagte sie beim Interview mit YOUNG-Online.

Annett Louisan: "Meine Augen sind meine Waffe"

Komplett ungeschminkt sitzt Annett (26) in der Hotelbar in Berlin-Mitte. Bevor das Interview beginnt, fragt sie schüchtern, ob sie währenddessen essen dürfe, sie sei den ganzen Tag nicht dazu gekommen. Dann bestellt sie einen Blattsalat mit Putenbruststreifen - "aber bloß nicht zu fettig, ja?", ruft sie dem Kellner plötzlich unerwartet selbstsicher hinterher. "Ich werde oft unterschätzt, doch manchmal ist das auch gut so. Ich kann eben gut die Märchenbrille aufsetzen", gibt die Wahl-Hamburgerin zu. "Außerdem lese ich an den Augen der Menschen ab, was sie fühlen." Und was liest sie aus ihren eigenen Augen? "Ich weiß, dass ich mit meinen Augen besteche - sie sind meine Waffe. Das hat man mir schon oft gesagt", erzählt die Pop-Lolita mit einem verschmitztem Lächeln.

YOUNG-Online: Dein zweites Album „Unausgesprochen“ erscheint fast ein Jahr nach deinem Debutalbum. Wie hat sich in diesem einen Jahr Dein Leben verändert? Du bist immerhin von einem Tag auf den anderen zum Star geworden!
Annett Louisan: Ich habe das Gefühl, als sei das alles schon ewig lange her. Ich habe mich sehr verändert. Das ist ja auch kein Wunder. Ich glaube jeder Mensch, der eine neue Phase seines Lebens betritt und so viele neue Erfahrungen macht, verändert sich. Es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre. Ich bin natürlich auch daran gewachsen. Ich habe jetzt ein ganz schön schnelles Leben. Manchmal „sirrt“ es sogar, wenn ich mal nichts zu tun habe! Das heißt, dass ich die Ruhe dann wirklich spüre. Aber ich stehe natürlich ein bisschen drauf. Sonst könnte man diesen Job auch nicht machen…

YOUNG-Online: Viele der neuen Songs sind während der Tournee 2004, in der du zum ersten Mal große Hallen und breite Bühnen gefüllt hast, entstanden. In wie weit hat dich diese neue Erfahrung beeinflusst? Stehst Du gerne im Rampenlicht?
Annett Louisan: Das war natürlich sehr aufregend. Ich habe wirklich großen Respekt davor, vor so vielen Menschen aufzutreten. Wenn man diese Erfahrung das erste Mal macht, ist der Druck groß. Das war für mich eines der einschneidensten Erlebnisse überhaupt. Aber ich bin schon ein Rampenlicht-Mensch, wahrscheinlich hätte ich sonst nicht diesen Weg gewählt. Man forciert das ja, wenn man ein Album aufnimmt und auf Tour geht. Aber ich bin kein „Roter-Teppich-Typ“. Das ist mir zu oberflächlich. Ich falle lieber durch meine Musik auf.

YOUNG-Online: Viele Jungs, die ich kenne, haben sich schon beim ersten Hören in dich verliebt. Glaubst Du, dass deine Musik eher Männer als Frauen anspricht, bzw. dass sie die Texte anders aufnehmen?
Annett Louisan: Wie süß (lacht). Ja, Männer wollen die Texte anders verstehen. Trotzdem spricht meine Musik beide Geschlechter an. Ich hätte nie gedacht, dass meine erste Single „Das Spiel“ mehr Männer berührt. Ich dachte, es wäre ein sehr feminines Lied, in dem sich eher Frauen wiederfinden.
Das erste Album war voll gestopft mit Klischees, die ich auf die Spitze getrieben habe. Das war gut so, aber ich habe etwas Neues entdeckt. Ich habe gemerkt, dass man die Leute mit kleinen Geschichten, mit Kopfkino wirklich fesseln kann. Und das ist auf meinem zweiten Album noch viel stärker ausgeprägt. Es gibt mehr Ironie und mehr Geschichten, die aus dem Leben gegriffen sind.

YOUNG-Online: Viele Texte deines neuen Albums sind frecher als die vorherigen. Du rechnest dort zum Beispiel mit „Torsten Schmidt“ und „Eve“ ab. Kommt da eine Seite von dir raus, die man vorher nicht kannte? Hat es Dir Spaß gemacht, auch mal ein bisschen böse zu sein?
Annett Louisan: Ja. Was den Menschen an diesen Songs so gut gefällt, ist die Tatsache, dass ich mit Schwächen spiele, sie aber nicht beschönige. Viele Leute sind einfach nur froh, dass so etwas auch mal ausgesprochen wird. Und das sie es nicht selber tun müssen, sondern jemand anderes das für sie macht. Wenn jemand meine Texte nicht mit einem Augenzwinkern hören kann, hat er die Texte nicht verstanden. Man darf das bloß nicht überinterpretieren. Ich versuche, aus jeder ernsten Situation etwas Humorvolles rauszuholen, damit man auch mit schweren Situationen leicht umgehen kann.

YOUNG-Online: Bei Deiner neuen Single geht es darum, dass Frauen sich oftmals verbiegen, um Männern zu gefallen. Und forderst dann: „Und jetzt möchte ich, dass du mich liebst, ganz genau so, wie ich wirklich bin.“ Eine Situation, in der sich viele Frauen wieder finden. Aber was ist mit den Männern? Glaubst Du, dass der Text sie motivieren könnte, sich zu verändern?
Annett Louisan: Ich möchte betonen, dass ich dieses Lied aus einer sehr weiblichen Sicht geschrieben habe. Männer verbiegen sich natürlich auch – aber eben auf eine ganz andere Art und Weise. Das ist ein sehr wahres Thema, das jeder nachvollziehen kann. Aber der Song ist nicht dazu da, Leute zu verändern. Er soll einfach nur aufdecken, dass viele Menschen Schwierigkeiten haben sich so zu zeigen, wie sie sind. Das ist ja meistens ein Indiz dafür, dass etwas nicht richtig stimmt. Beim wahren Traumprinzen würde das nicht passieren. Bei dem läuft alles direkt von Anfang an ganz natürlich. Da braucht man diese ganzen Spielereien gar nicht mehr.

YOUNG-Online: Nervt Dich das manchmal, dass Dein Name stets im Zusammenhang mit sexuellen Assoziationen wie z.B. „Lolita“ oder „Vamp“ erwähnt wird?
Annett Louisan: Das kommt ja nicht von mir. Das haben Journalisten über mich geschrieben. Der Begriff „Lolita“ stört mich nicht wirklich. Lolita ist ja eine Romanfigur, also ein sehr lyrischer Begriff. Natürlich ist es auch ein Klischee. Das kann man nicht auf einen ganzen Menschen übertragen. Das ist ein Gefühl, was jemand einem vermittelt. Die eine Frau schafft es, durch eine kühle, geheimnisvoll Art sexy zu sein, die Andere durch Sympathie. Jede hat eine andere Art Sex-Appeal. Und bei mir war es eben so, dass die Leute mich immer für sehr viel jünger gehalten haben und davon ausgingen, dass ich eine bestimmte Masche habe, wenn ich etwas erreichen will. Jede Frau hat eine andere Masche.
Aber wenn man sich mit meinen Alben beschäftigt, merkt man, dass es journalistisch zu einfach und oberflächlich ist, mich nur auf diese Lolitarolle zu reduzieren. Das ist nur eine Seite an mir, aber längst nicht alles.

YOUNG-Online: Im Gästebuch Deiner Homepage habe ich kürzlich den Eintrag eines chilenischen Fans gelesen. Was denkst du, wenn Du so was liest?
Annett Louisan: Da bin ich sehr angetan. Aber ich habe schon häufiger gehört, dass die CD im Ausland auffällt. Sie hat einen anderen Sound, der sich verselbstständigt. Das hat auch nicht nur mit den Texten zu tun. Das geht uns doch auch so, wenn wir zum Beispiel schöne, ehrliche lateinamerikanische Musik hören. Egal ob man den Text versteht oder nicht. Da kommt etwas anderes rüber. Das macht mich natürlich schon stolz!

YOUNG-Online: Könntest Du Dir auch vorstellen, in einer anderen Sprache als Deutsch zu singen?
Annett Louisan: Momentan noch nicht, weil ich so viel zu tun habe und froh darüber bin, wie es jetzt läuft. Aber ich kann das nicht für immer ausschließen. Aber es muss nicht Englisch sein, vielleicht eher Französisch...?

YOUNG-Online: Gehst Du, wenn Du durch ganz Deutschland, die Schweiz und Österreich tourst, in den Großstädten abends noch aus?
Annett Louisan: Nee, kann ich nicht. Da bin ich ein ganz langweiliger Popstar. Das kann ich körperlich nicht durchhalten. Wenn die Leute sich Konzertkarten für meine Auftritte kaufen, will ich denen auch alles geben. Wenn ich einmal über die Strenge schlage, spüre ich das sofort am nächsten Tag und das will ich dem Publikum und mir nicht zumuten.

YOUNG-Online: Du hast an der Kunsthochschule Hamburg studiert. Malst Du manchmal noch?
Annett Louisan: Momentan nicht mehr. Ich war nie die singende Kunststudentin, sondern immer Musikern, die nebenbei Kunst studiert hat. Das Kunststudium hat mir schon viel gebracht, es ist eine schöne Ergänzung zu dem, was ich heute mache. Aber ich lebe mich komplett in meiner Musik aus! Ich kann Bilder musikalisch malen, das macht mich glücklich.

YOUNG-Online: Dein Privatleben versuchst Du so gut wie möglich geheim zu halten. Dass Du seit Ende letzten Jahres verheiratet bist, ist aber trotzdem raus gekommen. Ist das Eheleben so, wie du es dir vorgestellt hast?
Annett Louisan: Und noch besser! (grinst)

Quelle: young-online

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Interview mit X-ray

Sie will doch nur spielen

Annett Louisan ist mit ihrem Album „Bohème" und einem sexy Lolita-Image aus dem Nichts zum Star geworden. Ein Gespräch über Erfolg, Kaffeetrinken und Schweinefleisch.
Noch vor wenigen Monaten lebte Annett Louisan ganz unbehelligt in Hamburg, trank Kaffee und träumte von einer Solo-Karriere. Ihr Job als Studiosängerin war eine gute Grundlage. Ende Oktober kam dann ihr Debüt-Album „Bohème" in die Plattenläden. Als die Single „Das Spiel" zum ersten Mal im Radio lief, war die Aufregung so groß, dass Annettchen kaum mehr Zeit blieb für eine gemütliche Tasse Kaffee. Langsam gewöhnte sie sich an das Image der blonden Männerfresserin, die im Video einen malenden Lautenspieler verführt. Doch mit unschuldigem Blick beteuert sie immer wieder, nur Geschichten erzählen zu wollen: „Ich will doch nur spielen, ich tu doch nix." Während ihrer Konzert-Tour fand Annett Louisan endlich Zeit für einen Kaffee – und für ein paar Fragen von X-Family-Mitarbeiter Florian.

X-ray: Also, Annett – du heißt doch wirklich Annett Louisan, oder?
Annett: Fast. Annett heiße ich tatsächlich, Louisan ist mein Künstlername.

X-ray: Willst du damit ausdrücken, dass du nicht echt bist?
Annett: Das kommt darauf an, wo ich bin und mit wem ich spreche. Auf der Bühne bin ich Sängerin und erzähle Geschichten. Dieses Mädchen mit Schal und Baskenmütze ist ein Teil von mir – quasi meine ironische Seite. Ich spiele da mit Klischees.

X-ray: Gutes Stichwort. Viele Fans halten dich für ziemlich verdorben, nachdem sie den Text zu „Das Spiel" gelesen haben. Müssen sich die Kerle vor dir hüten?
Annett: Ein Mensch ist niemals so einseitig, wie er scheint. Nein, die Geschichten auf meinem Album kommen alle von mir – aber dazu muss ich sie ja nicht zwingend selbst erlebt haben. Fantasie ist ein weites Feld. Einige Geschichten kann ich sehr gut nachempfinden, andere berühren mich einfach emotional.

X-ray: Gehst du nur nach inneren Werten, oder ist auch das Aussehen eines Manns wichtig?
Annett: Beides ist wichtig, natürlich. Ich bin in dieser Hinsicht vielleicht ein wenig kitschig, aber ich glaube an die eine große Liebe. Ich war nie der Typ, der sich leicht verliebt und dann Beziehungen von drei Monaten führen kann. Bei mir muss es knallen – und bei meinem Mann wusste ich irgendwie, dass alles stimmt. Dieses Gefühl gibt’s nur einmal im Leben, und ich wünsche mir alles Gute.

X-ray: Verstehst du „Das Spiel" also als ironischen Scherz? Oder willst du moralisch sein und andere Mädels warnen?
Annett: „Das Spiel" hat sehr für Aufsehen gesorgt. Teilweise war ich echt überrascht, welche Reaktionen ein kleiner Song im Radio hervorrufen kann – denn im Fernsehen beginnen ja um halb zehn Uhr abends die Softpornos. Aber wenn in meinem Song nicht ein wenig Wahrheit stecken würde, könnte sich niemand aufregen. Eigentlich dürfte der Song nicht ohne die anderen Titel dastehen.

X-ray: Heißt das, dass der Erfolg wie ein Gewitter über dich hereingebrochen ist?
Annett: Schon. Die Single-Auskopplung war ja gar nicht geplant. Ich hatte das Album mit meinem Produzenten entwickelt, weil wir Musik machen wollten. Wir haben vermutet, dass wir uns live ein Publikum erspielen müssen, weil uns die Medien verschonen. Der Erfolg war Glück.

X-ray: Und wie kam es dazu?
Annett: Als „Bohème" in die Läden kam und in die Charts einstieg, habe ich gemerkt, dass es ankommt und provoziert: Nach der Sendepremiere auf einem Pop-Radiokanal liefen 150 Anrufe und E-Mails ein. Ungewöhnlich, denn Radio ist Ein- und Abschaltmedium geworden – da kommen keine Reaktionen mehr. Daraufhin habe ich „Das Spiel" als Single ausgewählt, weil ich es für eine gute Einführung zum Album halte.

X-ray: Du hast die Single ausgewählt? Du entscheidest also selbst, was du tust und lässt?
Annett: Was meine künstlerische und musikalische Laufbahn betrifft, entscheide ich alles alleine. Natürlich gibt es Leute, auf die ich höre und deren Meinung mir wichtig ist – denn ein einzelner Mensch kann, wenn er sich in diesem Zirkus befindet, schwer objektiv entscheiden.

X-ray: Hast du den Erfolg eigentlich realisiert?
Annett: Hmm, ich weiß nicht. Als ich zum ersten Mal mein gepresstes und gedrucktes Album in der Hand hatte, habe ich erst mal einen Kaffee gekocht und ein bisschen geheult. Man überlegt immer, wie es ist, wenn dies und das passiert – aber wenn es dann so weit ist, bleibt es unglaublich. Aber über diesen Schutzmechanismus freue ich mich und kann nicht aufhören weiterzumachen.

X-ray: Hättest du einen Plan B für den Fall, dass der Erfolg aufhört?
Annett: Klar. Ich bin schon immer Risiken eingegangen und kann auch mal mit weniger Geld auskommen. Ich kann meine Brötchen auch beim Kellnern verdienen. Das Leben wird mich durchbringen – und ich bringe mich durchs Leben. Was ich mache, möchte ich gut machen – und dann kann ich auch 24 Stunden lang daran arbeiten.

X-ray: Was sagt dein Management zu deiner Arbeitshaltung?
Annett: Die gucken mich böse an. Aber gleich darauf ist es wieder gut, weil sie wissen, dass ich das nicht böse meine. Überhaupt: Jetzt laufen Terminabsprachen für den Herbst und meine zweite Tour wird geplant. Da brauche ich schon Hilfe, denn damit muss ich erst mal zurecht kommen. Ich konnte früher immer nur zwei Wochen im Voraus planen und auch meinen Urlaub immer nur Last-Minute buchen.

X-ray: Aber wie regelst du deinen Tagesablauf?
Annett: Es gibt Tage, an denen ich in irgendeinem Hotelzimmer aufwache. Dann gibt’s Interviews und Autogrammstunden, und anschließend geht’s in die nächste Stadt zum Sound-check und zum Konzert. Das ist knüppelhart und immer gleich – wie in „Und täglich grüßt das Murmeltier". An anderen Tagen versuche ich, mir ein bisschen Zeit zu gönnen, damit ich das zweite Album vorbereiten kann.

X-ray: Und Kaffee zu trinken?
Annett: Ja, Kaffee liebe ich sehr. Ich hatte das Wochenende frei, habe ausgeschlafen und komme gerade von einem sehr gemütlichen Frühstück. Ich bin gerade in einer ganz anderen Welt.

X-ray: Was ist dein Anschlusstermin?
Annett: Ein Telefoninterview und danach ein einstündiges Gespräch mit einer großen Zeitschrift. Eine neue Erfahrung für mich! Trotzdem ist jeder Interviewer anders, und ich versuche auch, alles interessant zu halten.

X-ray: Wissen wir – durch die ironische Seite, nicht wahr?
Annett: Nein, im Moment bin ich wirklich ich.

X-ray: Dann wird’s jetzt Zeit für Entscheidungen: Lieber Fleisch oder Gemüse?
Annett: Fleisch. Ich bin Fleischesser – vielleicht, weil ich vom Land komme. Aber kein Schweinefleisch.

X-ray: Schokolade oder Sport?
Annett: Nach Sport schmeckt Schokolade doppelt so lecker.

X-ray: Kino oder Fernsehen?
Annett: Fernsehen. Aber nur mit der Sofa-Komponente.

X-ray: Sommer oder Winter?
Annett: Sommer. Unbedingt.

X-ray: Erwachsen sein oder Kind bleiben?
Annett: Kind. Na ja, das heißt… doch.

Interview: Florian
Stories Artikel vom 18.05.2005
Quelle: rga.de

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Interview mit rhein-main.net

„Musik ist Kino im Kopf“

Die Hamburger Pop-Aufsteigerin Annett Louisan hat ihre zweite Single «Gefühl» herausgebracht und gastiert am 5. April in der Al ten Oper Frankfurt.

Annett Louisan hat ein Babygesicht. Fast möchte man meinen, dass sie noch nicht das erforderliche Alter hat, den Führerschein zu machen. Wie alt die frühere Kunststudentin, deren Lied «Das Spiel» im Radio rauf und runter gespielt wird, deren erste CD «Boheme» in den Charts steht, wirklich ist, weiß man nicht so genau. Sicher ist, dass sie zu einer Reihe blutjunger Sängerinnen gehört, die gerade Karriere machen – man nehme nur Kira (26) oder Katie Melua (20). Sicher ist aber auch, dass gerade ihre zweite CD «Gefühl» erschienen ist und sie auf Tournee geht. Matthias Würfl sprach mit Annett Louisan.

Frau Louisan, Sie haben mal gesagt, dass man bei der Entscheidung für ei nen kreativen Beruf auch gleichzeitig das Risiko und die damit verbundene Niederlagen wählt. Bleiben Sie dabei?
LOUISAN:
Ich habe Bilder verkauft und von meiner Musik gelebt. Man lebt nicht immer gut davon. Kleine Jobs haben mich immer über Wasser gehalten. Musikalisch habe ich Dinge ausprobiert, die nicht funktioniert haben. Sozusagen eine Findungsphase, die mit Niederlagen verknüpft war. Für mich war es wichtig, denn ich habe aus den Niederlagen gelernt.

Ihr richtiger Name ist Annett Päge. Wie kam es überhaupt zu dem Künstlernamen Louisan?
LOUISAN:
Ich fand Lousian sehr schön. Der persönliche Bezug ist meine Großmutter, sie heißt Luise. Der Grund für den Namen ist, dass ich eine Trennung zwischen Beruflichem und Privatem wollte. Auch um meine Familie zu schützen. Ich habe mich für die Öffentlichkeit entschieden, meine Familie möchte das aber nicht. Sie will ihre Ruhe.

Sie haben Kunst studiert. Warum haben Sie sich für die Musik und gegen die Malerei entschieden?
LOUISAN:
Ich kann auf Knopfdruck singen, was beim Malen nicht funktioniert. Das Malen hängt zu sehr von meiner persönlichen Stimmung ab.

Eine alte Freundin von ihnen hat gesagt: «Auf Annetts Internetseite steht, dass sie 25 Jahre alt ist. Komisch, ich bin heute 27 und damals waren wir gleichaltrig.» Schummeln sie ein wenig mit Ihrem Alter?
LOUISAN:
Meine Kindheit ist schon lange her. Es gibt bestimmt Leute von damals, die sich ein bisschen in den Vordergrund spielen wollen. Ich finde, das Alter ist etwas, was eine Frau charmant für sich behalten kann.

In Ihrem Lied «Das Spiel» singen sie davon, nur spielen zu wollen. Da es durchaus erotisch angehaucht ist, stellt sich die Frage nach ihren Absichten . . .
LOUISAN:
Dieser Song kann interpretiert werden, wird aber auch oft falsch interpretiert. Für mich ist Musik das Kino im Kopf. Bei jedem Menschen entstehen eigene Bilder. Es hat sehr viel mit eigenen Erlebnissen zu tun. Menschen werden bei diesem Lied an eigene Erfahrungen erinnert. Das Lied ist eher eine Absage an jemanden, der eine Beziehung möchte.

Aber besagtes Lied hat doch Ihr Produzent, Frank Ramond, getextet. Inwieweit können Sie sich dann mit dem Lied und seinem Text identifizieren?
LOUISAN:
Es war ja meine Geschichte, die Frank in das richtige Format und den richtigen Text gefasst hat.

Wie schwierig war es für Sie, im Lied «Daddy», über Ihren Vater zu singen, den Sie nie kennen gelernt haben?
LOUISAN:
Das Thema ist für mich abgeschlossen. Aber schon klar, dass ich auf Grund des Liedes darauf angesprochen werde. Mich hat eher das Thema gereizt als die Personifizierung. Viele Leute in der heutigen Zeit sind nur mit einem Elternteil aufgewachsen.

Und wie würden Sie reagieren, wenn sich Ihr Vater auf Grund des Erfolges nun bei Ihnen melden würde?
LOUISAN:
Ich hoffe nicht, dass das passiert. Ich würde keinen Kontakt pflegen. Wie soll man denn einen Bezug zu einer Person haben, die man gar nicht kennt?

Dann möchten Sie ihn gar nicht sehen?
LOUISAN:
Nein, auf keinen Fall. Das Lied ist ja auch kein «Ich-Vermiss-Dich»-Song.
Quelle: rhein-main.net

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Interview mit otz.de

"Diva" spielt nicht mit Gefühlen

Gespräch mit Annett Louisan - Sängerin als beste Musik-Neuentdeckung ausgezeichnet. Sie tauchte auf wie Phönix aus der Asche: Annett Louisan, 25, blond und nur 1,52 Meter groß. Mit zarter Stimme und direkten Texten erregt sie die Gemüter. Die Single "Das Spiel" schoss in die Charts. Ihr Debütalbum "Bohème" verkaufte sich innerhalb weniger Wochen 225 000 Mal. Am 27. Januar bekam die Hamburgerin ihre erste Auszeichnung, den Medienpreis "Diva" als beste Musik-Newcomerin.

Immer noch spielt "Das Spiel" in den Charts mit. Wie fühlen Sie sich bei so viel Ruhm?
Wunderbar. Ich habe wirklich nicht damit gerechnet, dass meine Musik und meine Texte so gut ankommen.

Sie provozieren ja auch ordentlich!
Im Fernsehen lief "Sex and the City". Aber eine Frau soll nicht davon singen, dass sie sich nicht verlieben will, sondern nur Spaß haben möchte. Bei Männern wird sich darüber nicht aufgeregt.

Sie werden aufgrund Ihrer Stimme und Ihres Aussehens als Pop-Lolita, kleine Verführerin und als Lieblings-Luder bezeichnet . . .
. . . schrecklich. Letzteres empfinde ich als Beleidigung Wie sehen Sie sich?
Ich bin eine Geschichtensängerin. Auf meinem Album sind zwölf pointierte Geschichten, die von Liebe erzählen. Das ist ein bisschen Kino im Kopf. Leute hören auf die deutschen Texte, auch weil die Instrumente sparsam eingesetzt sind und ich leise singe.

Zur Zeit sind deutschsprachige Lieder "in".
Das empfinde ich nicht so. In letzter Zeit wurde einfach nur die Quotenfrage in den Vordergrund geschoben. Wenn es gute Lieder in deutscher Sprache gibt, werden diese auch gespielt.

Zum Valentinstag erscheint die zweite Single-Auskopplung "Das Gefühl". Wie zeigen Sie sich da?
Melancholisch. Passt sehr gut in die Jahreszeit. In dem Lied geht es um das Lebensgefühl. Ich vergleiche es mit dem Einkaufen in einem Supermarkt. Dort, wo man scheinbar alle Entscheidungsfreiheiten hat, entwickelt man Entscheidungsschwierigkeiten.

Sie haben in kürzester Zeit eine Blitzkarriere hingelegt. Was hat sich für Sie verändert?
Ich habe so gut wie kein Privatleben mehr. Zeit wird für mich zum Luxus.

Im Oktober vergangenen Jahres spielten Radiosender erstmals "Das Spiel", Ende Oktober folgte das Album. Im März gehen Sie auf Tour. War die geplant?
Natürlich.

Ein Risiko, niemand wusste, wie die CD ankommt.
Eigentlich wollten wir das Album durch Live-Konzerte in kleinen Clubs vorwärts bringen. Nun wurden wir überrollt und die Tour fällt größer aus. Aber wir haben darauf geachtet, dass die Konzerte bestuhlt sind.

Jedes Spiel hat seine Regeln. Was tun Sie, damit Sie nicht zum Spielball im Musikgeschäft werden?
Ich will mir treu bleiben. Mir ist klar, dass ich heute ganz oben sein kann und morgen der Loser bin. Ich werde mich nicht von dieser Erfolgswelle treiben lassen.

Das sagen viele Newcomer.
Ich habe diesen Beruf gewählt, also stehe ich voll und ganz dahinter. Den Erfolgsdruck versuche ich, nicht an mich ranzulassen.

Was ist mit Ihrem Kunststudium?
Die Musik spielt seit mehreren Jahren eine größere Rolle für mich.

Wie wurden Sie entdeckt?
Das ging sehr einfach. Ich habe zwei Demos produziert und sofort einen Albumvertrag bekommen. Und das in einer Zeit, wo alle Labels gegenüber Neuem dicht machen. Ich habe musikalisch viel ausprobiert.

Was denn?
In den letzten Jahren habe ich als Studiosängerin gearbeitet.

Gespräch: Ilona Berger 03.02.2005
Quelle: otz.de

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Interview mit nw-news.de 2005

niemanden verletzen

"Ich will niemanden verletzen"

INTERVIEW: Annett Louisan, neuer Stern am deutschen Pop-Himmel

Ihr Lied "Das Spiel" wird im Radio hoch und runter gespielt, ihr Album "Bohème" verkaufte sich innerhalb weniger Wochen 225.000 Mal - Platin. Annett Louisan hat geschafft, wovon viele träumen. Nicole Hille-Priebe sprach mit der 25-Jährigen über die Folgen ihres Spieltriebs.

Wie wird man Shooting-Star?
ANNETT LOUISAN: Ein Grund für meinen großen kommerziellen Erfolg ist sicherlich auch diese Zeit, in der die Leute depressiv auf den Musikmarkt gucken. Die Menschen da draußen glauben nicht mehr an die Musik, sind durch Casting-Shows desillusioniert. Ich bekomme sehr viel Misstrauen entgegengebracht, weil man gar nicht mehr glauben will, dass jemand selbst Musik macht, ohne dass es irgendwas mit einer Fernsehshow zu tun hat.

Sie bekommen sicherlich nicht nur Liebesbriefe, sondern auch wütende Reaktionen.
LOUISAN:
Die kommen von Männern und Frauen, die meinen, im "Spiel" ein bestimmtes Frauenbild erkennen zu können. Ich glaube, dass dieser Song schnell fehlinterpretiert wird, wenn man nicht richtig zuhört und nur bestimmte Stellen rausnimmt; da kann man leicht auf eine falsche Fährte kommen.

Ist das nicht so gewollt?
LOUISAN:
Sicherlich ist der Song überspitzt geschrieben. Wenn man nur drei Minuten Zeit hat, um eine Situation zu erklären, muss man manchmal eben ein bisschen direkter sein. Ich finde dieses Lied aber gar nicht frivol, sondern sprachlich charmant. Es geht um eine besondere Situation, die so noch nicht dargestellt wurde. Es geht um Ehrlichkeit und Direktheit und nicht darum, dass ich jemanden bewusst und gerne verletzen möchte. Das lese ich häufig, aber es ist totaler Quatsch. Ich erzähle von einer eher unangenehmen Situation, von einem Punkt, an dem man gerade noch rechtzeitig sagen kann: "Du, ich glaube, da läuft was schief. Lass mal lieber sein, ich habe zu viel Respekt vor deinen Gefühlen."

Fühlen Sie sich missverstanden?
LOUISAN:
Das Lolita-Image, das da hochgekocht wurde, ist durch diesen einen Song entstanden. Da kommen einige Punkte zusammen: die Optik, die Stimme und das Wort "spielen". Aber auf meinem Album "Bohème" ist die Frau mal stark, mal ist sie schwach, das sind kleine Geschichten, die nicht alle in eine Richtung gehen. Natürlich werde ich häufig gefragt, ob ich wirklich so bin und ob ich das selbst erlebt habe. Das ist aber gar nicht die Frage. Musik ist Kino im Kopf, und meistens sind es ja gar nicht meine Phantasien, sondern eigene Erinnerungen, die in den Leuten hochkommen, wenn sie das Lied hören.

Plötzlich bekannt zu sein, hat ja nicht nur Vorteile.
LOUISAN:
An die Öffentlichkeit muss ich mich erst noch gewöhnen. Natürlich ist da die Sorge, dass Männer sich nur für das Kunstprodukt interessieren und nicht für den Menschen dahinter, aber ich habe den Vorteil, dass ich nicht mehr so jung bin und ziemlich charakterfest.

Wie muss der Mann sein, der Sie aus der Spielecke lockt?
LOUISAN:
Hab ich noch Zeit, über Männer nachzudenken? Ich muss ja ständig über Männer reden. Optik ist auf jeden Fall nicht so wichtig, da gibt es andere Dinge wie Humor oder Alltagstauglichkeit. Und mit dem Küssen darf er nicht aufhören.

Annett Louisan ist live am 20. März in der Stadthalle Kassel zu erleben.
22.01.2005
Quelle: nw-news.de

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Interview mit abendblatt.de 2004

Annett Louisan - ganz leise zum Erfolg

Charts: Die 25jährige aus Eilbek singt sich mit deutschen Titeln in die Hitlisten.

Sie mag Reime, singt Sätze wie "daß du nicht mehr bist - was du einmal warst - seit du dich für mich - ausgezogen hast". Und das mit zarter, heller Stimme: Annett Louisan (25), Hamburger Kunststudentin, die ihre Pinsel gegen das Mikrophon eintauschte. Sehr leise ist sie dahergekommen, ohne Castingshow, einfach so.

"Ich will doch nur spielen, ich tu doch nichts", singt die 1,52 Meter kleine Musikerin mit den runden Kulleraugen. "Das Spiel", die erste Single ihres Albums "Bohème", landete schon zwei Wochen nach der Veröffentlichung am 1. November auf Platz 24 der Single-Charts. Nachdem Annetts "Spiel" schon an neunter Stelle der Singles gestanden hatte, steht es nun an elfter Stelle. "Bohème" schaffte am 7. Dezember sogar die Gold-Marke. "Daß der Erfolg so groß, so schnell kommt, hätte ich nicht gedacht", sagt sie leise und zündet sich eine Zigarette an. Sie sitzt - etwas blaß und von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidet - auf einem Ledersessel im Peer-Music-Studio am Mühlenkamp. Annett weiß, wie sie wirkt, und das nervt sie: "Dieses ganze Lolita-Gerede finde ich oberflächlich." Trotzdem spielt sie im Video, auf Fotos und auch musikalisch mit diesem Kindchenschema, zupft verträumt am Rüschenkleidchen, haucht ihre Worte ins Mikrophon. "Die Liebe zur Musik muß schon verdammt groß sein, um das alles durchzustehen", sagt sie. Das alles: Die Kritik, den Hype, die Trennung von Familie und Freunden. Annett Louisan ist in der damaligen DDR aufgewachsen, in einer Plattenbausiedlung in der Altmark. Mit 13 Jahren ging sie mit ihrer Mutter, einer Krankenschwester, in den Westen, zog ins Hamburger Umland. "Ich hatte früh Interesse an Musik, bin mit Prince und Madonna aufgewachsen", erzählt sie. "Später habe ich gern Fanta Vier gehört." Deutschsprachige Musik faszinierte sie. "Ich habe früher auf englisch gesungen, schöner finde ich es aber, bei der Muttersprache zu bleiben."

Wenn Annett Louisan nicht gerade auf Promotion-Tour in Deutschland unterwegs ist, geht sie mit Freunden Sushi essen oder schließt sich in ihrer 23-Quadratmeter-Bude in Eilbek ein und zeichnet. Ihr Studium an der Kunsthochschule läßt sie zwar gerade ruhen, aber daß sie den Abschluß machen wird, steht fest. Doch vorher wird sie Konzerte geben - ihre Tournee startet voraussichtlich im Februar in Hamburg. Annett: "Dann kann ich zeigen, daß meine Musik mehr ist als ein kurzer Hype."

Von Anne Klesse erschienen am 27. Dezember 2004 in Hamburg
Quelle: abendblatt.de Hamburg

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Interview mit Fans viva.tv

Ich pass auf jeden Flugzeugsitz und bekomme manchmal Vergünstigungen im Kino!

Annett Louisan> Hi, wie geht`s euch?
djfiredrum> Annett, was hast du heute so gemacht ?
Annett Louisan> Hab heute die meiste Zeit bei Viva verbracht, und heute Vormittag Interviews gegeben.
kylie85> Wie alt bist du eigentlich?
Annett Louisan> Ich bin 25!
kylie85> Hey, was hast du denn vorher so gemacht?
Annett Louisan> Ich habe in Hamburg Kunst studiert!
djfiredrum> Was soll dein Lied sagen ?
Annett Louisan> Das ist eine fiktive Geschichte, die mit einem Augenzwinkern eine Situation beschreibt!
djfiredrum> Annett, was möchtest du mal machen, was du noch nie gemacht hast ?
Annett Louisan> Ich würde sehr gerne mal eine Weltreise machen, aber ich möchte keine Spinnen treffen!
kylie85> Hast du einen Lieblingskünstler?
Annett Louisan> Tom Waynes.
djfiredrum> Was möchtest du machen, wenn du nicht mehr Musik machen kannst?
Annett Louisan> Malen.
kylie85> Findest du dein jetztiges Leben anstrengend?
Annett Louisan> Teilweise. Es ist neu und stressig, aber es macht auch sehr viel Spass!
gloomycookie> Seit wann machst du Musik?
Annett Louisan> Schon immer, aber intensiv seitdem ich 18 bin.
djotti> Kannst du dich noch an die letzte Mail bei HR3 erinnern?
Annett Louisan> Was war das nochmal für eine Email?
gloomycookie> Was für Musik hörst du privat?
Annett Louisan> Sehr viel Gemischtes, Trip hop, R`n`b , Jazz.
gloomycookie> Wie hast du den 'Durchbruch' geschafft?
Annett Louisan> Durch Fleiss und Qualität.
kylie85> Spinnen eh. Ich stimme zu. Welches ist denn dein Lieblingsland? Muss ja da sein, wo es keine Spinnen gibt, oder?
Annett Louisan> Ja, stimmt! Sonne ist wichtig.
nitwitli> Hi Annett! Ich hab dich eben im TV gesehen, du bist so cool und hast eine wundervolle Stimmet! Wie ist deine Autogrammadresse?
Annett Louisan> Danke! Schau mal auf meine Homepage: www.annettlouisan.de!!
kylie85> Bist du ein politisch-interessierter Mensch?
Annett Louisan> Universell an allen Dingen interessiert bin ich.
djfiredrum> Wann war dein letzer Date ?
Annett Louisan> Leider keine Zeit für Dates.
gloomycookie> Was machst du in deiner Freizeit ausser der Musik?
Annett Louisan> Musikhören, einfach entspannen! Das ist purer Luxus momentan.
djotti> Bei Werner Reinke, dass ich auch 2 Katzen habe, die auf dich warten.
Annett Louisan> Aahhh..ich kann mich dran erinnern! Wie geht`s den Katzen?
djotti> Sind deine Tourdaten schon fest ausgemacht, bzw. wo sehen wir dich in Hessen?
Annett Louisan> Nächstes Jahr ist eine Tour in Planung..und wird dann so schnell wie möglich auf meiner Homepage veröffentlicht
gloomycookie> Du hast einen sehr schönen Vor-und Nachnamen, woher stammt dieser?
Annett Louisan> Annett ist mein richtger Name, Louisan ein Künstlername.
kylie85> kannst du ein Musikinstrument spielen?
Annett Louisan> Ein bisschen Gitarre!
kylie85> Dein Name klingt so Franzäsisch. Hast du Verbindungen zu Frankreich? Annett Louisan> Nur mental...
djfiredrum> Wann wirst du mal nach Braunschweig kommen ?
bullflash> Wie lange willst du Musik machen?
Annett Louisan> Ich würde gerne noch ein paar schöne Alben machen, aber zeitlich kann ich das nicht in Worte fassen.
gloomycookie> Findest du dass dein neues Lied besonders kretaiv ist? Wenn ja, was daran?
Annett Louisan> Ja, find ich, die ungewöhnliche Perspektive.
sidney_baba> Hast du Tiere?
Annett Louisan> Leider momentan nicht-zu wenig Zeit, um mich um sie zu kümmern, aber wenn dann würde ich gerne ne Katze haben.
djfiredrum> Hast du schon mal gesagt bekommen, dass die Männer mehr auf deine Stimme abfahren, als die Frauen?
Annett Louisan> Ich hab die Erfahrung gemacht, dass meine Musik polarisierend ist, aber sowohl von Männern als auch von Frauen gemocht bzw nicht gemocht wird.
djotti> Von wem kam die Initiative für dein Forum, ist ne nette Sache.
Annett Louisan> Das haben ein paar Leute arrangiert, die ich leider persönlich nicht kenne, aber ich bin sehr entzückt davon.
kylie85> Tanzt du gerne?
Annett Louisan> Ja! Definitiv.
djfiredrum> Wann war deine letzte Beziehung?
Annett Louisan> Ich hab momentan so gut wie kein Privatleben.
electrobeat> 152 cm bist du groß/klein. Wie ist es da unten so?
Annett Louisan> Ich fühl mich sehr wohl! Ich pass auf jeden Flugzeugsitz und bekomme manchmal Vergünstigungen im Kino.
djotti> Ich hoffe, ihr habt für die Tour relativ kleine Konzertsäle ausgesucht.
Hast du da schon Vorstellungen, wie so ein Konzert aussehen soll.
Annett Louisan> Besondere Locations, vielleicht bestuhlt..theaterähnlich. Nicht zu klein und nicht zu groß.
electrobeat> Früher hast du ja viel gemalt! Hast du schon einmal eine Vernisage veranstaltet mit deinen Bildern?
Annett Louisan> Eine mit Leuten zusammen..aber nichts Professionelles.
bullflash> Findest du, dass dein Job stressig ist?
Annett Louisan> Am liebsten stehe ich auf der Bühne und singe..dann ist es alles andere als stressig!
molliw82> Wie viele von deinen Liedern treffen 100%ig auf dich zu?
Annett Louisan> Sie haben alle was mit meinen Leben zu tun, es sind Geschichten, die ich auch teilweise erlebt habe, aber auch fiktive und beobachtete Geschichten.
hilary4sandy> Hi. Du bist voll hübsch und deine Musik is echt geil!
Annett Louisan> Danke, das ist aber lieb! Ihr seid süss.
kylie85> Hast du schon viele Auftritte gehabt?
Annett Louisan> Mit dieser Musik/diesem Album noch nicht sehr viele.
electrobeat> Mit welchen Leuten hast du dein erstes Demo Band aufgenommen?
Annett Louisan> Mit Kollegen aus Hamburg war das.
hilary4sandy> Mit welchem Star würdest du gerne singen?
Annett Louisan> Mit Laith Al-deen. 5 Jahre offiziell.
yoh> Wie lange singst du schon offiziell?
sheileen> Was ist dein Traum für die Zukunft?
Annett Louisan> Glücklich zu werden, offen zu bleiben für neues, alle Vorurteile abzulegen und ein guter Mensch sein.
djfiredrum> Wann würdest du lieber Urlaub machen, im Winter oder Sommer?
Annett Louisan> Im Sommer natürlich, oder am liebsten beides.
electrobeat> Findest du, dass man Deutsch oder Englisch besser singen und Gefühle rüberbringen kann?
Annett Louisan> Ich glaube, dass man in seiner Muttersprache am besten sein kann.
kylie85> Du kommst aus Hamburg oder?
Annett Louisan> Ja, ich komm aus Hamburg, und wohn da auch noch.
Annett Louisan> Viele Grüße an euch alle, und schaut alle später Sarah Kuttner....da bin auch zu Gast heute!

Interview Köln, 24. November 2004 viva.tv

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Interview mit BZ Berlin

Annett Louisan: Die Lolita der deutschen Pop-Musik

Auf ihrem Debütalbum "Bohème" singt sie Lieder über Liebe und Leid, Hingabe und Ablehnung
So süß, so selbstbewußt - und musikalisch so ganz anders: Innerhalb weniger Wochen ist die kleine Annett Louisan (152 Zentimeter, 25 Jahre) mit ihren intimen Songs zum großen Star geworden. Alles begann mit der Single "Das Spiel". Was ihr Hit versprach, hält auch ihr erstes Album "Bohème" (105 Music). BZ-Mitarbeiter Ralf Kühling sprach mit der schönen Aufsteigerin.

Wer fühlt sich durch deine Musik mehr angesprochen - Männer oder Frauen?
Ich hatte vermutet, daß Frauen mich als "ihre Stimme" sehen. Doch es gestaltet sich fifty-fifty. Männer können offenbar über sich selbst nachdenken - auch mit Humor!
Was ist deine größte Schwäche?
Unordentlichkeit. Um so stolzer bin ich, wenn ich dann wieder aufräume, dann bin ich eine Prinzessin in ihrem Reich!
Deine Stärke?
Ich hab mir eine kindliche Sicht auf die Welt bewahrt. Die Leute finden das oft komisch. Aber Kinder sind so rein und natürlich, direkt und ehrlich.
Was macht Männer anziehend?
Eine schöne Mischung zwischen Leichtigkeit und Tiefe. Und: tiefe Männerstimmen! Das find ich total sexy.
Wovon träumst du?
Ich bin ein romantisches Mädchen. Aber ich weiß: Das harte Leben kommt manchmal zwischen die Romantik. Aber ich wünsch mir schon Kinder und eine Familie, die mich versteht.
Deine biologische Uhr tickt also?
Ein bißchen, ja. Aber ich bin ja auch nur eine Frau. Ich werde es erst dann machen, wenn es perfekt, richtig und gut ist.
Ja, aber gibt es einen Partner in deinem Leben?
Äh...ein schwieriges Thema.

Quelle: BZ Berlin

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Interview mit pnp.de

»Ich habe Erfahrung im Unterschätzt-Werden«

Newcomerin Annett Louisan löst mit Single »Das Spiel« begeistertes Echo aus - Album »Bohème« diese Woche erschienen

Nanu, wem gehört denn diese frech schmeichelnde Stimme, die davon singt, »nur spielen« zu wollen? Das fragen sich derzeit Tausende Deutsche, sobald Annett Louisans Single »Das Spiel« im Radio läuft. Und das passiert oft, denn die großen Sender - darunter BR 3 - haben den Song ganz vorne in ihre Playlists aufgenommen. Wann gab es das zuletzt, dass eine Unbekannte ein so begeistertes Echo auflöste? Und das nur mit ihrer Musik? Schon jetzt ist zu vermuten, dass die verführerische Annett Überraschungserfolge wie etwa Lucilectrics »Mädchen« locker toppen wird. Im PNP-Interview spricht sie über ihr Lolita-Image, ihre Musik und die deutsche Pop-Szene.

In der Single «Das Spiel” singst du »Ich will doch nur spielen«. Was ist denn damit gemeint?
Annett: Dass ich nur spielen will? Die Geschichte ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Es geht um eine etwas heikle Situation zwischen Mann und Frau. Was ist damit gemeint? Ich habe eigentlich ein Problem, diesen Song zu interpretieren, weil ich finde, wenn man ihn hört, können gerade Frauen, aber auch Männer, genau nachvollziehen, worum es dabei geht.

Die deutsche Newcomer-Szene wird ja zurzeit eigentlich von Frauen beherrscht: Silbermond, Juli, Judith Holofernes von Wir Sind Helden etc. Wie erklärst du dir das?
Anett: In den 90er Jahren kam das auf, dass Frauen im Pop-Geschäft sehr erfolgreich wurden. Und wenn man sich die Charts der letzten Jahre anschaut, sieht man immer mehr große, erfolgreiche Frauen, die ihren Weg gehen. Das liegt auch an der Entwicklung der Frauen, die immer selbstständiger werden. Ich finde das schön, aber es sollte ausgeglichen sein. Ich bin nicht dafür, dass die Frauen irgendwie gepusht werden. Sie schaffen es auch alleine!

Bist du für eine Quote für deutschsprachige Musik im Radio?
Annett: Schwieriges Thema. Es gibt auf beiden Seiten Argumente, die ich verstehen kann. Von daher kann ich mich nicht auf ja oder nein festlegen. Ich bin eher für eine Quote, weil ich sehe, dass es in Frankreich sehr erfolgreich geklappt hat. Ich glaube, dass es gar nicht so stark um diese Quote geht, sondern eher um die Förderung von Jugendlichen, von Künstlern und Musikern im deutschsprachigen Bereich. Ich glaube, dass das eine Entwicklung ist, die richtig gut werden und sich entfalten kann.«

Du bist genau 152 Zentimeter groß. Wie siehst du deine Körpergröße?
Annett:
Positiv. Ich bin ja schon mein ganzes Leben lang eher kleiner. Aber ich fühle mich sehr wohl. Jeder Mensch merkt im Laufe seines Lebens, wo seine Vor- und Nachteile liegen. Damit kann man auch spielen. Ich glaube auch ein bisschen, dass kleine Menschen eine andere Art entwickeln, auf sich aufmerksam zu machen. Sie gehen vielleicht mehr nach vorne.

Was sagst du, wenn man dich als Lolita bezeichnet?
Annett:
Bis zu einem gewissen Grad kann man dagegen nichts tun. So bezeichnen einen ja die Leute und man sich nicht selbst. Den Ausdruck empfinde ich nicht als negativ. Das hat etwas Freches und Eigenständiges. Aber ich glaube, wenn Leute mich kennen lernen, ändert sich dieses Bild von mir ganz schnell. Ich habe Erfahrung im Unterschätzt-Werden.

Ist Annett Louisan dein richtiger Name?
Annett:
Annett ja, Louisan ist mein Künstlername. Meine Großmutter heißt Louise. Ich wollte gerne etwas Persönliches mit hineinbringen.”

Gerade hast du das Album »Bohème« herausgebracht. Wie würdest du die Musik beschreiben?
Annett:
Ich werde oft nach dem Stil der Musik gefragt und das kann ich gar nicht richtig beantworten, weil da ganz viele Einflüsse in meinem Stil zusammenkommen. Vielleicht Boulevard-Jazz, aber ich finde auch, dass einige Melodien sehr poppig sind. Ich habe natürlich auch versucht, meinen eigenen Stil einzubringen. Ich wollte mich nicht so sehr vergleichen lassen, ich wollte nichts kopieren und habe versucht, das zu machen, was mir gefällt.

Interview: Heike Kevenhörster
Quelle: pnp.de

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