3. Album: Das optimale Leben
Erkenntnisse zu Annett Louisan
Sie ist – bei aller Bescheidenheit – nicht weniger als eine kleine Revolution in der zeitgenössischen Musik. Annett Louisan erfindet den Chanson neu; sie nährt die Hoffnung, dass sich das anspruchsvolle Lied gegen die gegenwärtigen Verwahrlosungen des Pop-Mainstreams behaupten kann; und sie straft ganz beiläufig all die der Lüge, die es unmöglich nennen, jene zu erreichen, die älter sind als 25 und musikalisch intelligent unterhalten werden wollen. Annett Louisan, diese junge Frau von zierlicher Statur und großem Format, sie ist die neue Grande Dame des deutschen Chansons. Was hat man ihr nicht alles für Attribute gegeben in den vergangenen Jahren ihrer Existenz im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit: Pop-Lolita, sexy, verrucht, clever, eine femme fatale, ein Vamp, geübt im „Spiel“ mit der Liebe und den Männern und den Worten – alles stimmt davon und nichts. Ihr Debüt war eine Demonstration ihres Vermögens, die Andeutung des Potenzials: Voilà, hier bin ich, sinnlich, emotional, klug, frei, modern und doch klassisch „Bohème“ – aber vor allem ehrlich: Sie selbst hat den Erfolg nicht geahnt..
Ihr zweites Album, das schwierige zweite, erzeugte einen überwältigenden Aufruhr der Begeisterung für die junge Chanteuse, es erweiterte ihr musikalisches Spektrum, und es etablierte die Künstlerin. Man sprach nun zaghaft vom „neuen deutschen Chanson“, und leichtfüßig sprang sie über die Schatten, die die Klischeegebäude voreiliger Kritiker warfen. „Unausgesprochen“ blieb hier nur, was erst eine lange Zeit des Nachdenkens, vielleicht auch ein bisschen das Älterwerden hervorbringt – was Klugheit zu Weisheit werden lässt und ein echtes, weil authentisches Vergnügen verspricht: nämlich die Mutmaßungen über „Das optimale Leben“. Und so nennt sie ihr jüngstes, ihr drittes Album. Annett Louisan ist gut vorbereitet, konzentriert und geistesgegenwärtig, und gemeinsam mit ihrem kongenialen Texter Frank Ramond und den Komponisten Matthias Hass und Hardy Kayser hat sie sich alle Zeit genommen, die es braucht für ein großes Thema.
Ihre neuen Chansons sind nun mehr als subtile Beobachtungen des Alltags. Es sind kleine Essays über die großen Fragen des Erwachsenseins – die, wenn wir ehrlich sind, zumeist Fragen der Liebe sind –, und wenn sie von den „choses de la vie“ singt, ist sie expressiv, ohne pathetisch zu sein. Man spürt in jeder Zeile: Hier erzählt eine von Dingen, von denen sie etwas versteht, durch und durch zeitgenössisch, ohne Pose. Es sind kluge Annäherungen an das ganze Leben, evokativ und schillernd selbst in der Melancholie. Sie verzichtet dabei gänzlich auf die große Gesellschaftskritik, kein Zeigefinger will sich da erheben. Lieber berichtet sie von ihren windungsreichen Wegen zum optimalen Leben – so wie jeder es leben will und wie es doch immer wieder anders kommt: komisch, traurig, sarkastisch, warm, leger, verkrampft – irgendwie alles andere als optimal, aber man darf nicht aufhören, davon zu träumen. Unglücklicherweise stehen auf diesen Wegen allzu oft hohe Hürden. Wie man sie mit beinahe unheimlicher Gelassenheit nimmt, demonstriert Annett Louisan mit „Er“, einem Drama von altgriechischem Ausmaß, das geeignet ist, Männer in die fröhliche Einsamkeit zu treiben – so schwarz ist der Humor, dass die Füße trotz des Cha-Cha unweigerlich aus dem Takt geraten. Ebenso, „Wenn man sich nicht mehr liebt“, eine bittersüße, bis aufs Mark reduzierte Feststellung über stumpf gewordenes Gefühl, heruntergekommen zum bloßen Mitgefühl. Auch unerwartete „Kleine Zwischenfälle“ liegen auf diesen Wegen, solche, die die großen Weichen des Lebens stellen und das Geheimnis des Daseins für immer verborgen halten. Aber bei Annett Louisan ist keine Spur von Pessimismus, vielmehr ist es die feine Subversion, Gedanken, scharf wie ein Florett, aber eben kein grober Säbel.
Die Freuden des vorübergehenden Kontrollverlusts sind manchmal dem Prosecco“ („Das alles wär nie passiert“) zu verdanken – in diesem schwungvollen, komischen Single-Epos finden wir uns wieder, sofern wir das Leben lieben oder wenigstens einmal geliebt haben, am Ende will man unwillkürlich singen „Wär doch schade, wenn das alles nicht passiert wäre“. Verzichtbar, aber kaum vermeidbar dagegen ist die Einsicht „Was nicht passiern darf, darf nicht mehr passiern“, die traurige Essenz von „Was haben wir gesucht“, eine kostbar zarte Miniatur über den hohen Preis, der für Seitensprünge zu zahlen ist. Wie sie die Abgründe sondiert, mit präzisen Sätzen das Unsagbare sagt – hier ist Annett Louisan auf der Höhe ihres Könnens. Eine andere Begabung ist ihre nüchterne Analyse, zum Beispiel in „Gendefekt“: Sie seziert mit hintersinnigem Wortspiel das Resignieren vor der Gleichgültigkeit in der Liebe, und die kühle Stringenz des Gedankens lässt sie reizvoll zu ihrem lässigen Tonfall kontrastieren. Ihre Ironie ist dann vor allem eine Selbstironie, intim, unberechenbar und witzig. Ganz so wie im skeptisch-ernüchterten „Rosenkrieg“, mit dem sie einen unerbittlichen Blick auf den Sündenfall der Männer wirft – die missbräuchliche Verwendung von Rosen nach Betrugsvergehen. Da zeigt sich Annett Louisans Klassik: eine Haltung im Kontrapost, ein skeptischer Blick, und dann unvermittelt ein gezielter Schuss. Darüber kann es für manche „Ende Dezember“ werden – der Titel einer Ballade über den Verlust eines Lebens, verstörend traurig, aber mit dem tröstlichen Gedanken, dass die Liebe deswegen nicht stirbt. In dieser auf das Essentielle reduzierten Tragödie erreicht sie eine Intensität im Ausdruck, die selten ist – und nebenbei auch das Deutsche als poetische Sprache in der Musik feiert. „Ich verabscheue die Pose, die große Geste. Ich suche lieber nach der großen Kraft, die im Einfachen liegt“, sagt Annett Louisan über sich. Sie hat sie schon gefunden, sagt ihr Publikum.
Quelle: amazon.de
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Erscheinungsdatum: 31.08.2007
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Label: Smd 105m (Sony BMG)
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ASIN: B000U55YMO
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Format: CD (CD-Anzahl: 1)
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1. Das alles wär nie passiert
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Text
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nachts in die badeanstalt und danach mit den bullen aufs revier
der kuss in der schrankwand der eltern, ein herz und zwei namen im furnier
die ewige blutsbrüderschaft und am nächsten tag nicht mehr erkannt
3 stunden mit dem taxi um´ block, weil ich den fahrer so niedlich fand
3 mädels im bayerntrikot in der südkurve vom hsv
der ehrliche brief an den chef und das engtanzen mit seiner frau
die alberne anbagger-wette im urlaub und die hochzeit danach
latein als leistungskurs, diese frisur und mein plattenvertrag
das alles wär` nie passiert
das alles wär` nie passiert
das alles wär` nie passiert
ohne prosecco
sonntagmorgen 17 uhr 10, es weckt mich das telefon
ich hab nichts als die stiefel noch an, meine sinne sind nicht mehr synchron
alles, was ich von gestern noch weiß, ist wie ich in extase geriet
ich schrie: ”auf die revolution! reißt die mucke auf - das ist mein lied!”
der freund auf dem anrufbeantworter brüllt “hey, was hast du genommen?”
er sagt mein bh sei auf ebay, wie bin ich nach hause gekommen?
himmel, arsch, wieso bin ich gepierct und was soll dieses schlangen-tattoo?
wessen zeug liegt auf meinem bett und wer zum teufel bist du?
das alles wär` nie passiert
das alles wär` nie passiert
das alles wär` nie passiert
ohne prosecco
Musik: Hardy Kayser, Frank Ramond, Matthias Haß
Text: Frank Ramond, Annett Louisan
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2. Kleine Zwischenfälle
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Text
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einsam saß sie da
günther sagte “na.. hat werner wohl die zeit vergessen?”
meine mutter schwieg und nickte stumm
er gab ihr einen aus
dann wollt sie nach haus - pünklich sein zum abendessen
günther sagte:” komm, ich fahr dich rum”
wo ist der tiefere sinn,
wenn ich doch bloß geboren bin
weil die karre von günther liegen blieb
denker und genies
intellektuelle
sport und politik
und auch kriminelle
ganz rom, berlin, paris
wir sind ursprünglich nur
kleine zwischenfälle.
werner wollte los
und er dachte bloß “nicht wieder die zeit vergessen!”
diese frau ist einfach wunderbar
wenig zeit zum lieben
denn sie muß um sieben pünklich sein zum Abendessen
seine mutter sagt: “heut bleibst du da!”
wo ist der tiefere sinn
wenn ich doch bloß geboren bin
weil die mutter von werner ´n arschloch war
auch der typ da vorn
an der haltestelle
drüben diese frau
mit der dauerwelle
alle da im stau
sind ursprünglich nur
kleine zwischenfälle
denker und genies
intellektuelle
sport und politik
ganze pressebälle
rom, berlin, paris
wir sind ursprünglich nur
kleine zwischenfälle
Musik: Frank Ramond
Text: Frank Ramond, Annett Louisan
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3. Was haben wir gesucht
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Text
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ich weiß, du denkst, ich bin verrückt
ich übertreibe
doch ich spüre wie mein lebensglück verrinnt
hab dir mein herz auf den tisch geknallt
in dieser kneipe
und du gingst kreidebleich zurück zu frau und kind
was haben wir gesucht
als wir uns heimlich trafen
nur den amüsanten hauch erregender gefahr
wollten das schicksal überführen
um es dann lügen zu strafen
doch keine angst - ich leg auf - alles bleibt, wie es vorher war
die weichen sind gestellt
in unsren leben
können uns nicht haben, ohne alles zu verliern
ich weiß, du bist ein realist
ich träume eben
aber was nicht passiern darf, darf nicht mehr passiern
was haben wir gesucht…
Musik: Matthias Haß
Text: Frank Ramond, Annett Louisan
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dicker bauch - sie sagt das Kind sei von ihm
dabei waren sie doch wochen getrennt
er nickt sie ab, die hochzeit in weiß
weil selbst die mutter ihn `nen feigling nennt
was ist hier los? jeder will was von ihm
das finanzamt, der chef und die bank
er muss jetzt alles für seinen aufstieg tun
schluß mit lustig, wein, weib und gesang
er hats schwer
er
muß kämpfen für sie
er hats schwer
sie dank es ihm nie
er hats schwer
er
kriegt ´n magengeschwür
er hats schwer
und zahlt noch dafür
sie zickt ihn schon seit zwei wochen an
sie braucht sofort ´ne neue küche und so
er fährt zur arbeit im gebrauchten passat
stellt sich vor, es wär ein cabrio
er quält sich täglich in den anzug rein
sie bleibt zu hause, läßt sich immer mehr gehn
während die frauen in der firma mit reizen nicht geizen
und ihm täglich das köpfchen verdreh´n
er hats schwer
er denkt ständig an sie
er hats schwer
und übt doch monogamie
er hats schwer
sein Leben ist kurz
er hats schwer
doch ihr ist das schnurz
sie nennt ihn männlich nur wenn er ihr nützt
wenn er sie füttert, wenn er sie beschützt
wenn er nicht spurt, ist er ´n chauvinist, wenn er spaß hat ´n egoist
er hat`s schwer...
Musik: Matthias Haß
Text: Frank Ramond
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sie sagt “nein, schatz heut geht es nicht”
oh bitte nimm es ihr nicht krumm
doch die migräne bringt sie um
hahahha
und eifersüchtig ist sie nicht
dafür ist sie gar nicht der typ
es geht ihr nur um das prinzip
hahahha
du bist viel besser als ihr ex
wie sehr sie deine mutter schätzt
die schuhe waren runtergesetzt
hahahha
ein paar minuten schnelles glück
oh ja , das reicht ihr absolut
oh mann! oh mann! du warst so gut!
hahahha
es ist nicht wichtig , ob du geld hast oder nicht
es kommt auch nicht auf die figur an, auf´s gewicht
und ob du haare hast - ganz dünne oder volle
die größe spielt gar keine rolle
und frauen lügen nie
ihre freundin weiß so gut bescheid
“woher sie´ s weiß? was weiß denn ich!
wir sprechen niemals über dich”
hahahha
mit einem mann aufs zimmer geh´n
und das gleich in der ersten nacht
das hat sie nie vorher gemacht
hahahha
sie setzt auf deine ehrlichkeit
und ganz egal, was auch passiert
will sie die wahrheit hören von dir
hahahha
sie sagt “hey laß uns freunde sein”
für´ ne beziehung noch zu früh
dass du zu schade bist für sie
hahahha
es ist nicht wichtig , ob du Geld hast oder nicht…
Musik: Maren Stiebert, Matthias Haß
Text: Frank Ramond
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6. Wenn man sich nicht mehr liebt
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Text
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wie geht es dir?
ich stell die frage ohne unterton
doch dein gesicht steht schon auf endstation
ok ...wie soll es dir schon gehen....
was essen wir?
gequälter dialog beim abendbrot
der an den worten zu ersticken droht
die wir nicht ausgesprochen haben
du wirkst labil
ich reagier nur noch aus mitgefühl
und das auf lieb getrimmte mienenspiel
verletzt am ende nur noch mehr
wir liegen wach
wie zwei fremde unter einem dach
kann mich kaum noch bewegen
durch das bett ziehen sich gräben
man liegt nur noch daneben
wenn man sich nicht mehr liebt
sie klagen an
die bunten fotos in den bilderrahmen
und die dahergesagten kosenamen
stellen uns auf einmal bloß
du fragst mich was
und ich versuch dich zu beraten
doch meine antwort hat verraten
dass es mich nicht wirklich int´ressiert
du fasst mich an
und dieser schmerz klopft wieder bei mir an
weil ich mir selber nicht erklären kann
warum ich das jetzt nicht mehr will
wir liegen wach
wie zwei fremde unter einem dach
kann mich kaum noch bewegen
durch das bett ziehen sich gräben
man liegt nur noch daneben
wenn man sich nicht mehr liebt
Musik: Matthias Haß, Maren Stiebert
Text: Frank Ramond, Annett Louisan
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ich seh zwei fassungslose augen
eine szene wie im albtraum
und jetzt hängen diese drei worte
wie ein nasser sack im raum
du wolltest grad was sagen
doch jetzt traust du nicht mehr
wo sind meine sieben sinne
das ist einer dieser tage
an denen ich erst weiß, was ich rede
wenn ich höre, was ich sage
meinen lippen formen worte
und ich schaue ihnen staunend hinterher
hab ich gesagt, ich …be dich ?
so richtig laut? ich …be dich ?
jetzt trifft es grad auf dein gesicht
naja, es war auch nicht gelogen
ich war ja eben echt in dich verliebt
wenn so was erst mal raus ist
dann geistert es umher
es sucht seine bestimmung
und findet sie nicht mehr
es war doch nur genuschelt
ich hab es selber kaum gehört
es verkriecht sich in die ecke
und macht sich ganz ganz klein
denn ganz egal, was ich noch sage
es könnt ja doch was dran sein
meinen gedanken wachsen flügel
und ich schaue ihnen staunend hinterher
Musik: Hardy Kayser, Matthias Haß
Text: Frank Ramond
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ihre mutter war noch nie so weit gefahrn
und vater nahm sie ganz fest in den arm
doch sie wollte nicht ersaufen so wie sie
in grauer spießerharmonie
sie brauchte großstadtenergie
sie traf ihn im literaturkaffee
er studierte renoir und claude monet
und sie träumten von designerrevolutionen
exklusiven kollektionen
modemillionen
sie wollte die sein
die sein, die design designt
in einem eignen atelier
in london, mailand und berlin
sie wollte die sein
die sein, die design designed
schön erfolgreich
hip und feminin
als sie schwanger war, hat er dann schnell in bonn
den sanitärbetrieb vom vater übernommen
ich traf sie gestern vor ´nem kücheneinbauschrank
nicht mehr ganz so schlank
bei ikea aufm gang
sie wollte die sein
die sein, die design designed
in einem eignen atelier
in london, mailand und berlin
jetzt wird sie die sein
die sein, die sein Heim designt
denn von jetzt an wird sie
da sein nur für ihn
Musik: Hardy Kayser
Text: Frank Ramond, Annett Louisan
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9. Mein innerer Schweinehund
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Text
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er hat ein halsband aus schokolade
aber keine leine
er hat ein ziemlich dickes fell
und kurze beine
er geht niemals gassi, er schläft wo er frisst
dort scheißt er auf alles, was anstrengend ist
die sonne lacht aus seinem schlund
er wuchert mit jedem pfund
mein innerer schweinehund
er schiebt vor jedem guten vorsatz
eisern wache
er wedelt mit dem schwanz
nur für willenschwache
er knurrt, bellt und beißt, beschützt sein revier
den platz auf dem sofa, die chips und das bier
und er fiel auch niemals auf den mund
er ist auf jeden fall kerngesund
mein innerer schweinehund
Musik: Matthias Haß, Hardy Kayser
Text: Frank Ramond, Annett Louisan
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du hast ´n passepartout um unser foto gemacht
und gedacht, du und ich das würde so laufen
und im wochenblatt stand: gebrauchte identität
zu verkaufen
du hast gedämmert neben mir auf deiner wolke aus bier
zwischen den scherben implodierter illusionen
bloß nicht drüber reden
so ist das halt eben.
das ist der das-wird-schon-geh´n-defekt
der ich-denk-mir-meinen-teil- aspekt
das das-nehm-ich-in-kauf-objekt
das ist total bescheiden
das ist der bleibt-mir-vom-hals-infekt
das was-kann-ich-schon-groß-projekt
der wir-spielen-zu-null-respekt
das ist am leben bleiben
lediglich am leben bleiben.
du hast dir ´n leitwolf gesucht und ihm nie widersprochen
dich verkrochen zwischen gestern und heute
die devise hieß „tja“ und der maßstab „was denken die leute?“
du wurdest meister im passen, im entscheidungen überlassen
aus Angst, du handelst en gros mit zitronen
du würdest nie was riskieren
um nichts zu verlieren.
das ist der das-wird-schon-geh´n-defekt...
Musik: Matthias Haß, Frank Ramond
Text: Frank Ramond
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dein erster schritt ist kaum 4 sommer her
in deinen rosa sandalen steppt der teddybär
dein zopf tänzelt kühn durch diese alte welt
deine stimme trällert unverstellt
du brauchst kein argument
du kennst nur den moment
keine schwarzmalerei
du rufst „klipp“ und bist frei
ich wünschte, ich hätt` keinen schimmer mehr
mein kopf wär` unbeschrieben, leer
ich dächte an nichts schlimmes mehr
dass ich wieder so unbekümmert wär
wie du, wie du, wie du, wie du …
ein spruch von dir zum nikolaus
und das publikum rastet euphorisch aus
kein wort kann man dir übelnehmen
im schlaf löst du jedes problem
bist mit jedem per du
jeder hört höflich zu
kennst kein hass kein kalkül
„raus bist du!“ ist nur´ n spiel
nichts als reine gedanken
die sich um süßes ranken
du lachst dich lall und lull
die seele auf normalnull
Musik: Matthias Haß, Maren Stiebert
Text: Frank Ramond, Annett Louisan
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du sagst “oh schon so spät”
voller nervosität
gibs mir ´n kuss und ´n strauss
“ich war aus
mit nem freund bis um drei
keine frauen war ´n dabei”
warum hast du das grade gesagt?
dämlicher blick
gläserner trick
danach hatte ich dich gar nicht gefragt
dein roman schmiltzt wie eis
gib es auf, denn ich weiß
bescheid
immer wenn ich rosen krieg
rosenkrieg
rosenkrieg
dann weiß ich
immer wenn ich rosen krieg
rosenkrieg
rosenkrieg
dann weiß ich, du bescheißt mich
dein freund der hat pfiff
trägt chanel nummer fünf
ist friseur offenbar
denn er fährt dir durchs haar
dein freund ist wohl blond
er schminkt sich gekonnt
und dann reibt er sich an deinem hemd
und der anruf vorhin
wie´s mir geht, wo ich bin
das war auch nicht so intelligent
du warst zu gut gelaunt
und ich kenn diesen sound
genau
Musik: Hardy Kayser
Text: Frank Ram
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gestern traf ich dings
du weißt schon – dings - den kennst du doch
von früher noch
der war auch mal ganz kurz
mit misses schlaumeier zusammen
ach, ich und namen
die war auch mal
ich glaub, das war damals im mai
mal mit dabei
in dieser kneipe hinten links
du weißt schon - dings
dingsbums
da war der wirt
der, wenn er voll war, immer sprach
wie dieser - ach
in diesem einen film
mit dem schauspieler - wie heißt der denn noch mal
ist auch egal
ach mensch, den kennst du auch
ein typ mit ganz viel narben im gesicht
nee, der wars nicht
ich mein` den andern mit den drinks
du weißt schon - dings
dingsbums
der hat auch erst gesungen
und dann sein leben so verpfuscht
ist ja auch wurscht.
das war so´n lied
im duett mit einer frau - ich komm nicht drauf
ach ich geb´s auf
mann, die hat doch auch ´n kind
ihr neuer mann ist tierisch reich
jetzt hab ich´s gleich
wo war`n wir grade, um wen gings?
ach ja um dings
dingsbums
na jedenfalls...
gestern traf ich dings
er kam so auf mich zu geschlendert
und soll ich dir was sagen?
der hat sich gar kein stück verändert
Musik: Hardy Kayser, Matthias Haß
Text: Frank Ramond
schliessen
er sitzt allein so wie fast jeden tag
auf ihrer bank an der wiese im park
augen wie stahl und noch kein graues haar
er blickt mich an
und erzählt mir von ihr
er sagt: neulich saß sie noch hier
ging so schnell, wir ham´s nicht mal geahnt
noch so vieles geplant
dann bricht er ab und weint
für mich ist es ende dezember
uns´re tage warn alle gezählt
und ich hab an so vielen von ihnen gefehlt
versäum keine blüte im frühling
und feier sie ganz unbeirrt
denn das leben geht gnadenlos weiter
auch wenn deine freude daran stirbt
so viel storniert und auf morgen vertagt
so viel gedacht und so wenig gesagt
so viel verschenkt an den Nagel gehängt
er blickt mich an
und er sagt: nimm dir zeit
solang dir welche bleibt
ganz egal,
wozu du dich entschließt
wer das leben genießt
der kann kein versager sein
für mich ist es ende dezember
Musik: Matthias Haß
Text: Frank Ramond, Annett Louisan
schliessen
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15.Der kleine Unterschied
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Text
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mit dir und mir
das sieht verdammt nach arbeit aus
die liebe wohnt
in einem kartenhaus
jeder schritt war ungewiß
ich hab versucht, dich einzusperren
doch du bist längst
zurück auf deinem stern
du zogst mich an
schwache frau und starker mann
mars und venus fingen sich ein
doch die welt schien dafür zu klein
ich hab gedacht, du änderst dich
und du hofftest, ich mich nicht
dieser traum ist abgeblüht
viel zu groß der kleine unterschied
ich quatsch dich voll
doch du scheinst niemals zu zu hören
ein mann, ne frau
wie kann das zusammen gehören?
Musik: James Last, Hardy Kayser
Text: Frank Ramond
schliessen
Zusätzlich in der Exklusiv Edition bei
http://www.amazon.de 2 Bonus-Tracks und 1 versteckter Bonus:
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16.Läuft alles perfekt
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Text
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dieser Tag schlägt noch gar keine Wogen
doch irgendwie kennt sie ihn schon
es läuft so´ ne Art Wiederholung
und es handeln die selben Personen
die selben Personen
und alles war irgendwann neulich
die zweisamen Jahre vergeh´n
gegossen in eiserne Treue
es gibt keine Schuld zu gesteh´n
und kein Grund zu geh´n
Ref.
bis aufs Blut ineinander verwoben
und bis auf die Knochen vertraut
zwei Leben wie Feder und Nut
nach Maß aufeinander gebaut
allen Stürmen getrotzt
´n paar Wünsche erfüllt
die Leidenschaft gut in den Alltag gehüllt
jeder Blick sieht gekonnt über Fehler hinweg
läuft alles perfekt nur die Liebe ist weg
dieser Tag begann wie so viele
es stand keine Frage im Raum
ein Kuß und dann geht er zur Arbeit
die Lippen berühren sich kaum
berühren sich kaum
Die Koffer stehn hinten Garten
sie schleicht durch den Keller hinaus
und vorn an der Tür klebt ein Zettel
da steht nur: "ich mußte hier raus
ich mußte hier raus"
bis aufs Blut ineinander verwoben.. / ....
jeder Blick sah gekonnt über Fehler hinweg
lief alles perfekt nur die Liebe war weg
Musik: Matthias Haß
Text: Frank Ramond, Annett Louisan
schliessen
du warst so gut zu mir
den ganzen Tag
er steht schon da, der Wein
der, den ich so mag
es flutet den Raum
ein Licht aus Bourbon und Jazz
dein Blick sagt komm
vergiß den Streß
diesen ganzen Streß
sag, was hast du vor?
was hast du vor?
(solo)
du warst so gut zu mir…
Musik: Hardy Kayser
Text: Frank Ramond
schliessen
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18.Philosophie (Hidden-Track)
|
Unausgesprochen −−>
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